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Nach Protestwelle: Deutsche Welle behält griechischen Dienst doch
Sie ist nur eine kleine Redaktion, doch die Entscheidung, den griechischen Dienst der Deutschen Welle zu schließen, wurde zum Politikum. Die breite Kritik aus Griechenland überraschte den Rundfunkrat offenbar. Nun kam die Kehrtwende.
Für sie ist es das Ende eines langen, anstrengenden Kampfes: Dimitra Kyranoudi leitet die Griechisch-Redaktion der Deutschen Welle in Berlin und Bonn. "Nach fast neun Monaten Unsicherheit können wir endlich aufatmen und unsere Arbeit fortsetzen. Trotz aller Probleme haben unsere Kolleginnen und Kollegen bei DW Griechisch niemals aufgegeben", sagt sie.
Erst im Februar hatte die Deutsche Welle das Aus für ihren griechischen Dienst verkündet, aus Spargründen. Täglich berichten die Journalisten für ein griechisches Publikum in TV, Radio, auf der Webseite und auf Social Media. Griechisch war die einzige der 32 Sprachen, auf denen gesendet wird, die komplett wegfallen sollte.
Die Deutsche Welle muss sparen. Die Reaktionen auf die Streichung des griechischsprachigen Programms sind kritisch.
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Jetzt die Kehrtwende: Wie die Deutsche Welle bestätigte, beschloss der Rundfunkrat, das griechischsprachige Angebot doch fortzuführen, ab dem kommenden Jahr allerdings in reduzierter Form.
"Das ist vielleicht für ein deutsches Publikum kein großes Thema, aber hier in Griechenland ist das eine ganz große Nummer, weil die Deutsche Welle hier mit sehr viel historischer Erinnerung, auch viel Emotionen verbunden ist", erklärt Reinold Meinardus, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Athener Thinktank Eliamep. Von 1993 bis 1996 leitete er - damals noch in Köln - die griechische Redaktion der Deutschen Welle.
Noch heute sei die Deutsche Welle in Griechenland so etwas wie ein Mythos, eine Legende. Und bis heute sei der Dienst eine wichtige Säule der deutsch-griechischen Beziehungen, vergleichbar mit dem Goethe-Institut oder den deutschen Schulen, meint Meinardus.
Auch Kyriakos Mitsotakis, Griechenlands Regierungschef, hatte sich für den Erhalt des griechischsprachigen Programms der Deutschen Welle eingesetzt.
Wie viele andere Deutsche, aber vor allem Griechen, setzte auch er sich dafür ein, die Redaktion doch noch zu retten. Er spricht von einer deutsch-griechischen Kampagne der Zivilgesellschaft, die öffentlich Druck auf die Bundesregierung ausgeübt habe.
"Und zu guter letzt hat selbst der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis - das muss man sich mal vorstellen, wir reden hier über ein Einsparvolumen von 600.000 Euro im Jahr - griechischen Medienberichten zufolge zweimal beim Herrn Bundeskanzler angerufen und sich dort vorstellig gemacht", so Meinardus.