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Nekome: Nazi Hunter: Ein Rockstar-Veteran macht jetzt ein brutales Spiel über die Jagd auf Hitlers Hyänen
Stealth, blutige Nahkämpfe und Gegner, die auf euren Ruf reagieren: Nekome hat spielerisch deutlich mehr vor, als der Titel vermuten lässt.
Bei einem Spiel namens Nekome: Nazi Hunter muss man nicht lange rätseln, womit ihr einen beträchtlichen Teil eurer Zeit verbringt. Ihr jagt Nazis. Ihr schleicht euch an sie heran, rammt ihnen Messer in den Hals, prügelt mit herumliegenden Gegenständen auf sie ein und nutzt im Zweifel auch die Umgebung, um die braune Personaldecke ein wenig auszudünnen.
ProbablyMonsters wurde 2016 von Harold Ryan gegründet, der zuvor mehr als 15 Jahre bei Bungie arbeitete und dort unter anderem CEO war. Das Unternehmen mit Sitz in Bellevue, Washington, bündelt mehrere Entwicklerteams unter einem Dach. Neben Nekome: Nazi Hunter arbeitet ProbablyMonsters unter anderem an Crimson Moon, Storm Lancers und Ire: A Prologue.
Das klingt zunächst nicht nach einem besonders innovativen Konzept. Seit Wolfenstein haben unzählige Spiele hinreichend bewiesen, dass Nazis zu den dankbarsten Gegnern der Videospielgeschichte gehören. Die Frage ist nur: Braucht es wirklich noch eine weitere Anti-Nazi-Metzelsuppe?
Ich hatte irgendwann genug davon. Selbst meine einst geliebte Sniper-Elite-Serie lässt mich mittlerweile kalt und Nazi Zombie Army 4 entlockte mir kaum mehr als ein müdes Lächeln. Dabei vereint das Spiel Nazis und Zombies in Personalunion. Eigentlich müsste das schon reichen, um mich glücklich zu machen.
Nekome interessiert mich trotzdem. Nicht wegen der Menge an Blut, die der Trailer zeigt, sondern weil ProbablyMonsters offenbar mehr vorhat, als einfach eine Grindhouse-Version von Wolfenstein zu bauen. Im Mittelpunkt steht Vano Nastasu, der aus einer Roma-Familie stammt und mitansehen muss, wie Nazis seine Angehörigen ermorden. Seine Jagd ist also keine militärische Mission und schon gar kein Auftrag zur Rettung der Welt. Vano will Rache. Passenderweise bedeutet der jiddische Begriff „Nekome“ genau das: Rache oder Vergeltung.
Game Director Jeronimo Barrera und Producer Kay Willis sprechen in einem Ask-Me-Anything-Clip von einer Spielzeit von etwa acht Stunden. Barrera ist übrigens kein Unbekannter: Seine Karriere begann 1991 bei Sega, anschließend verbrachte er mehr als 20 Jahre bei Rockstar Games und arbeitete sich dort vom Designer bis zum Vice President of Product Development hoch. In dieser Funktion war er unter anderem an Grand Theft Auto, Red Dead Redemption, The Warriors und Manhunt beteiligt. Heute ist er General Manager bei ProbablyMonsters und leitet die Entwicklung von Nekome.
Jedenfalls klingen die angepeilten acht Stunden eher überschaubar. ProbablyMonsters betont jedoch, dass es weniger um schiere Länge als um Wiederspielwert geht. Die Geschichte verläuft linear, innerhalb der einzelnen Kapitel führen aber mehrere Wege zum Ziel. Dazu kommen optionale Herausforderungen als zusätzlicher Anreiz für weitere Durchgänge.
Nekome soll ausdrücklich kein Spiel werden, das euch zwischen jedem Attentat erst einmal vier Kilometer über die Karte schickt, damit ihr unterwegs elf Sammelobjekte einsackt und eine Funkantenne erklimmt, die euch anschließend noch mehr Krempel auf der Karte markiert. Stattdessen setzt Nekome auf kompakte Stealth-Sandkästen. Ihr bekommt ein Ziel, verschafft euch einen Überblick und entscheidet selbst, wie ihr es angeht.
Interessant finde ich vor allem, dass Nekome Stealth und Action nicht als zwei voneinander getrennte Spielweisen behandelt. Ihr legt euch also nicht zu Beginn eines Levels auf Splinter Cell oder Wolfenstein fest und zieht das dann stur durch. Manche Bereiche sind klar darauf ausgelegt, dass ihr euch vorsichtig bewegt, Gegner beobachtet und einzelne Wachen ausschaltet. Wollt ihr trotzdem frontal hineinstürmen, hält euch das Spiel aber nicht mit einer „Game Over: Du wurdest entdeckt“-Meldung davon ab. Es wird nur deutlich schwieriger. Und wenn ihr dabei ein High-Value-Target aufscheucht, kann sich sogar der weitere Verlauf der Mission verändern.