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RAM-Knappheit bis 2030: Acer-Chef hält das für „unmöglich“
Acer-Chef Jason Chen stellt sich gegen düstere Prognosen für den Speichermarkt: DDR4 und DDR5 seien inzwischen wieder in großen Mengen verfügbar. Eine Knappheit bis 2030 hält er deshalb für „unmöglich“. Für PC-Käufer gibt es dennoch zunächst schlechte Nachrichten – im vierten Quartal sollen die Preise weiter steigen.
Während aus der Speicherbranche weiterhin Warnungen vor einer länger anhaltenden Knappheit kommen, schlägt Acer-Chef Jason Chen deutlich optimistischere Töne an. Wie die taiwanische Economic Daily News berichtet, seien sowohl DDR4 als auch DDR5 inzwischen wieder in großen Mengen verfügbar. Auch bei Prozessoren sieht Chen keine allgemeine Knappheit mehr, lediglich einige Modelle aus dem unteren und mittleren Preissegment seien weiterhin schwerer zu bekommen.
Mit zusätzlich anlaufenden Kapazitäten dürfte sich die Lage nach Einschätzung des Acer-Chefs weiter entspannen. Dabei verweist Chen insbesondere auf den Ausbau chinesischer Speicherhersteller. Dass Arbeitsspeicher tatsächlich noch bis zum Jahr 2030 knapp bleiben könnte, schließt er entsprechend deutlich aus: „Es ist unmöglich, dass die Knappheit bis 2030 anhält“, wird der Manager übersetzt zitiert.
Auch bei SSDs sieht Chen bereits ein verändertes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Immer mehr Anbieter wollten Acer Speicher verkaufen, während auf Käuferseite weniger Nachfrage gegenüberstehe. DigiTimes berichtet ebenfalls von einer Entspannung und nennt vor allem besonders schnellen DDR5-Speicher als Bereich, in dem das Angebot noch knapp sei.
Für Käufer bedeutet die bessere Versorgung allerdings noch nicht unmittelbar sinkende Preise. RAM und SSDs werden laut Chen weiterhin auf einem hohen Preisniveau gehandelt. Die höheren Einkaufskosten der vergangenen Monate schlagen zudem mit Verzögerung auf Komplettsysteme durch.
Acer rechnet deshalb für das vierte Quartal 2026 mit nochmals steigenden PC-Preisen. Im Durchschnitt könnten Computer um 5 bis 20 Prozent teurer werden. Wie stark einzelne Modelle betroffen sind, hängt von ihrer Ausstattung ab: Systeme mit besonders viel Arbeitsspeicher und SSD-Kapazität dürften stärker im Preis steigen.
Den Höhepunkt erwartet Chen erst Mitte 2027. In der ersten Jahreshälfte dürften die durchschnittlichen Verkaufspreise von PCs demnach zunächst auf hohem Niveau verharren. Erst in der zweiten Jahreshälfte 2027 hält der Acer-Chef sinkende Preise für wahrscheinlich.
Chens Einschätzung fällt damit deutlich optimistischer aus als manche Prognosen aus der Speicherindustrie. SK Hynix bezeichnete 2027 zuletzt sogar als möglicherweise schwierigstes Jahr für die verfügbare Kapazität. Auch kleinere PC- und Smartphone-Hersteller stellen sich laut Reuters auf eine länger anhaltende angespannte Versorgung ein. Ob die derzeit hohen Speicherpreise also tatsächlich schon 2027 ihren Zenit überschreiten, darüber gehen die Einschätzungen innerhalb der Branche weiterhin deutlich auseinander.