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Notebook-Preise steigen: XMG erklärt detailliert die Gründe
Notebooks werden teurer – bei XMG und Schenker ist das bereits zum 18. September in Kraft getreten. Statt die höheren Preise lediglich mit gestiegenen Kosten zu begründen, legt der Hersteller anhand eigener Daten offen, welche Komponenten besonders ins Geld gehen.
Bei einem Großteil der aktuellen XMG- und Schenker-Notebooks hat Schenker Technologies die Startpreise angehoben. Meist beträgt der Aufschlag 100 bis 150 Euro. Am stärksten trifft es das Schenker Key 18 Pro (E25), dessen Einstiegspreis um 300 Euro steigt. Beim erst Ende August vorgestellten XMG Neo 16 (M26) bleibt der Startpreis dagegen unverändert, die GeForce RTX 5090 Laptop GPU kostet in der Konfiguration nun allerdings 120 Euro mehr.
Einige Serien bleiben von der aktuellen Runde vollständig verschont. Dazu zählen XMG Evo sowie Schenker Connect, Element und Work. Bei zwei Modellen sinkt zudem der Aufpreis für die GeForce RTX 5070 Laptop GPU etwas, was die gleichzeitig gestiegenen Basispreise allerdings nicht vollständig ausgleicht.
XMG betont, die höheren Preise seien keine pauschale Erhöhung der Marge. Stattdessen sollen die tatsächlichen Einkaufspreise möglichst direkt an die Kunden weitergegeben werden. Sinken die Beschaffungskosten wieder, sollen auch die Verkaufspreise entsprechend reagieren. Die vollständige Aufstellung stellt XMG im ComputerBase-Forum bereit.
Wie groß die Verschiebungen inzwischen ausfallen, zeigt XMG am Arbeitsspeicher. Für drei weiterhin breit verfügbare DDR5-SO-DIMMs hat der Hersteller die monatlichen Geizhals-Bestpreise ausgewertet und auf Juli 2025 normiert. Das Ergebnis: Der Marktpreis repräsentativer Notebook-RAM-Module hat sich seitdem annähernd versechsfacht. XMG erklärt zugleich, bei den eigenen Einkaufspreisen einen proportionalen Anstieg in ähnlicher Größenordnung zu sehen.
Die Zahlen passen in der Tendenz zu den regelmäßigen Preisanalysen der Redaktion. Mitte September lagen die untersuchten Desktop-RAM-Kits durchschnittlich 370 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. SSDs verteuerten sich im selben Zeitraum im Mittel um 129 Prozent. Direkt vergleichbar sind die Werte aufgrund anderer Produkte und Ausgangszeitpunkte nicht, sie zeigen aber dieselbe Richtung.
Speicher ist inzwischen zudem nur ein Teil des Problems. Laut XMG sind auch Leiterplatten, elektronische Bauteile, Prozessoren, Grafikchips und Grafikspeicher im Einkauf teurer geworden. Eine aktuelle Untersuchung von TrendForce zeigt, wie stark sich das auf die Kalkulation eines Notebooks auswirkt: CPU, DRAM und SSD machen bei einem repräsentativen Mainstream-Modell mittlerweile 68 Prozent der gesamten Stücklistenkosten aus. Anfang 2025 waren es noch 45 Prozent.
Dass die Kostensteigerungen inzwischen bei Komplettsystemen ankommen, zeigt sich auch bei anderen Herstellern. Acer rechnet für das vierte Quartal mit um 5 bis 20 Prozent höheren PC-Preisen, obwohl Unternehmenschef Jason Chen bei der Verfügbarkeit von RAM bereits erste Entspannung sieht. Höhere Einkaufspreise schlagen demnach erst zeitversetzt auf fertige Systeme durch.
Dass es auch in die andere Richtung gehen kann, demonstrierte zuletzt Framework. Der Hersteller konnte eine begrenzte Menge LPCAMM2 günstiger einkaufen und senkte daraufhin nicht nur die Preise, sondern erstattete die Differenz sogar bereits belieferten Kunden. Genau dieses Prinzip stellt auch XMG für die eigenen Preise in Aussicht: Entscheidend soll nicht ein pauschaler Inflationsaufschlag sein, sondern der jeweils aktuelle Einkaufspreis.