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1,2-Mrd.-Euro-Deal: Schneider Electric greift nach Shelly Smart Home
Der Smart-Home-Anbieter Shelly steht vor einem Besitzerwechsel: Schneider Electric will das bulgarische Unternehmen übernehmen. Die beiden Shelly-Gründer unterstützen das Vorhaben bereits. Für Nutzer ist vor allem interessant, was künftig aus der offenen Plattform und dem bekannten Produktportfolio wird.
Schneider Electric und die Shelly Group haben eine Vereinbarung über die geplante Übernahme geschlossen. Der Energietechnik- und Automatisierungskonzern will dabei sämtliche Anteile an Shelly übernehmen. Voraussetzung ist unter anderem, dass Schneider Electric nach Abschluss zunächst mindestens 95 Prozent des Unternehmens kontrolliert und die zuständigen Behörden zustimmen.
Ganz überraschend kommt der Schritt nicht: Bereits Ende Juli hatte Shelly Gespräche mit Schneider Electric bestätigt, damals allerdings noch ohne Gewissheit, dass daraus tatsächlich ein Angebot entstehen würde. Nun sind die Pläne deutlich konkreter. Schneider Electric bietet 70 Euro je Shelly-Aktie und bewertet das Unternehmen damit insgesamt mit rund 1,2 Milliarden Euro. Der Abschluss wird für das erste Quartal 2027 angestrebt.
Für die Übernahme spricht aus Sicht der Unternehmen vor allem die Kombination ihrer bisherigen Stärken. Shelly hat sich mit interoperablen Smart-Home-Produkten, offenen Schnittstellen und der Unterstützung von Drittsystemen eine große Nutzerbasis aufgebaut. Schneider Electric ist wiederum weltweit in den Bereichen Elektrifizierung, Automatisierung und Energiemanagement aktiv.
Eine wichtige Hürde dürfte bereits genommen sein: Die beiden Shelly-Gründer Dimitar Dimitrov und Svetlin Todorov kontrollieren zusammen rund 57 Prozent des Unternehmens und unterstützen die geplante Übernahme. Dimitrov will einen Teil seines Verkaufserlöses erneut gemeinsam mit Schneider Electric in Shelly investieren und anschließend zusammen mit Wolfgang Kirsch Co-CEO bleiben.
Auch am bisherigen Standort soll sich vorerst wenig ändern. Schneider Electric hat zugesagt, den Hauptsitz in Bulgarien sowie die bestehende Organisation und Belegschaft für mindestens drei Jahre zu erhalten. Das gilt ausdrücklich auch für Entwicklung und Engineering.
Für Anwender dürfte weniger die Eigentümerfrage als die künftige Ausrichtung der Produkte entscheidend sein. Shelly hebt in der Mitteilung selbst die Interoperabilität seiner Hardware, offene Schnittstellen und die Einbindung in Systeme anderer Hersteller hervor. Schneider Electric wiederum bezeichnet auch die eigene EcoStruxure-Plattform als offen und interoperabel.
Konkrete Änderungen an Produkten, Apps, Cloud-Diensten oder Schnittstellen wurden bislang nicht angekündigt. Ebenso gibt es derzeit keinen Hinweis darauf, dass Shelly seine Unterstützung für andere Smart-Home-Systeme einschränken soll. Die Übernahme ist zudem noch nicht abgeschlossen: Neben den behördlichen Genehmigungen muss die vorgesehene Beteiligungsschwelle erreicht werden. Gelingt dies, will Schneider Electric Shelly anschließend vollständig übernehmen.