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40 Jahre „Castlevania“: Ein Liebesbrief an das fantastische Kino
Am 26. September 1986 legte Konami mit „Castlevania“ den Grundstein für eine vier Jahrzehnte überdauernde Spielereihe. Ihr Schöpfer blieb Fans lange verborgen.
Schon der Auftakt setzt die typische Gothic-Horror-Atmosphäre von „Castlevania“.
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Fasziniert von klassischen Gruselfilmen, konzipierte Hitoshi Akamatsu 1986 eine für die damalige Zeit ungewohnt düstere Welt und schuf mit „Akumajō Dracula“ ein genreprägendes Werk, das die westliche Welt ein Jahr später unter dem Namen „Castlevania“ kennenlernen sollte. Das Spielprinzip: ein Mann, eine Peitsche und ein Schloss voller übernatürlicher Kreaturen – und eingemauerter Köstlichkeiten.
Akamatsus Karriere ist schwer nachzuvollziehen. Während seiner aktiven Zeit versteckte Konami seine Programmierer hinter Pseudonymen, um sich vor Abwerbungen durch die Konkurrenz zu schützen. Da Akamatsu auch kaum Interviews gab, ranken sich viele Mythen um den Spielemacher. Der Journalist Jack Yarwood versuchte deshalb 2022 Akamatsus Karriere zu rekonstruieren und befragte ehemalige Konami-Mitarbeiter, die ihn seit 1983 im Unternehmen verorteten. Er arbeitete unter anderem an dem Arcade-Shooter „Finalizer“ und leitete die Entwicklung eines Sequels zur Filmadaption von „The Goonies“. Sein Meisterstück ist allerdings „Castlevania“. Akamatsu gilt als kreativer Kopf des Spiels und soll als Director, Programmierer und Gestalter gleichermaßen fungiert haben.
Akamatsus kreative Einflüsse sind offensichtlich. Er liebte das fantastische Kino und insbesondere die Horror-Klassiker der Universal- und Hammer-Studios. Wer sich als Simon Belmont durch das schaurige Pixelschloss kämpft, trifft neben Frankensteins Monster und Dracula höchstpersönlich auch auf Mumien, Werwölfe, Skelette, Zombies, Fledermäuse und sogar auf mythologische Gestalten wie Medusa und Gevatter Tod. Auch Simons Peitsche ist kein Zufall, sondern eine Hommage an „Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes“ von 1981. Spieler, die „Castlevania“ bezwingen, werden abermals Zeugen von Akamatsus Filmleidenschaft. Die Credits sind ein einziges Film-Quiz. Die bereits angesprochenen Pseudonyme der Entwickler spielen allesamt auf Größen des Genre-Kinos an. Akamatsu firmierte selbst als „Trans Fishers“ – eine Anspielung auf Terence Fisher, den Regisseur zahlreicher Hammer-Horrorfilme. Daneben finden sich „Vran Stoker“, „Christopher Bee“, „Belo Lugosi“, „Boris Karloffice“ und der „Green Stranger“.
Die Prämisse von „Castlevania“ hätte ohne weiteres das Drehbuch eines Hammer-Films eröffnen können. Einmal alle Hundert Jahre kehrt Graf Dracula zurück, gerufen von jenen, die sich dem Dunkel verschrieben haben. Im japanischen Handbuch geschieht diese Rückkehr ausgerechnet in einer Osternacht. Während die Dorfbewohner die Auferstehung Christi feiern, vollzieht sich in den Ruinen eines Klosters eine schwarze Messe. Simon Belmont, Nachfahre des Vampirjägers Christopher Belmont, zieht mit der geweihten Peitsche, die später als „Vampire Killer“ bekannt wird, ins Schloss, um das Unheil zu vertreiben.
1987 bereitete Konami das Spiel für den nordamerikanischen Markt vor. In den USA griff zu dieser Zeit allerdings die „Satanic Panic“ um sich, und erfasste auch die Popkultur. Musik, Filme und Videospiele, die sich mit dem Okkulten befassten, wurden von Moralpredigern schnell verteufelt. Da der japanische Titel „Akumajō Dracula“ sinngemäß „Dämonenschloss Dracula“ bedeutet, musste eine Namensänderung her. Konami of America wühlte im Offensichtlichen und bastelte aus dem Ort des Geschehens („Castle“) und Draculas Heimat („Transylvania“) das eingängige Kunstwort „Castlevania“. Auch die religiösen Passagen verschwanden aus dem westlichen Handbuch. Die Wurfwaffe Kreuz wurde zum Bumerang, das heilige Weihwasser eine Feuerbombe und Dracula nannte das Handbuch schlicht „The Count“.
Akamatsus Arbeitsweise beschreiben Weggefähr