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heise+ | Batterien für Elektroautos: Was kommt nach Lithium?
Die Forschung an Batteriezellen geht weit über das Elektroauto hinaus. Neue Zellchemien sollen Kosten und Abhängigkeiten senken und die Energiedichte steigern.
Das Rennen um den Antrieb in Pkw und Lkw ist gelaufen: Alles wird elektrisch, und der Strom für den Motor kommt aus einem Batteriesystem. Ja, es wird viele Jahre dauern, bis Neufahrzeuge und vor allem der Bestand ohne Verbrennungsmotor unterwegs sind. Das ist keine Frage des Ob, sondern des Wann. Mobilität ist aber nicht nur der Straßenverkehr. Auch Schiffe und Flugzeuge müssen irgendwann ohne fossile Kraftstoffe funktionieren. Außerdem werden fürs Stromnetz kostengünstige Speicher gebraucht. Die Forschung an Batteriezellen geht weit übers Elektroauto hinaus. Die Ergebnisse der Zukunftsarbeit könnten trotzdem wieder zwischen den Achsen eingebaut werden. Kern der Frage in vielen Laboren ist: Was kommt nach Lithium?
Diese Ära wird auch „Post-Lithium“ genannt. Ein Begriff, der wörtlich zu verstehen und zugleich nicht exakt definiert ist. Nicht, weil es eine akute Knappheit des Alkalimetalls gäbe. Sondern weil Alternativen vielleicht kostengünstiger sind, strategisch unabhängig machen oder für spezielle Anwendungszwecke besser geeignet sind. Ein bekanntes Beispiel, das in der Wissenschaft untersucht wird, sind zinkbasierte Batterien. Viele Primärzellen (also nicht aufladbare Batterien) im Alltag enthalten Zink. Das Material kostet wenig, ist leicht verfügbar und in dieser Hinsicht nicht neu.
Selbst Zink-Luft-Batterien sind seit Jahrzehnten Normalität. Diese Bauart hat lange die Stromversorgung von Hörgeräten dominiert, allerdings als nicht aufladbare Primärzellen. Jetzt arbeitet man an ladbaren Akkus auf Zinkbasis. Birger Horstmann, Leiter der Gruppe Theorie elektrochemischer Materialien am Helmholtz-Institut Ulm (HIU) und am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), berichtet, dass wiederaufladbare Zink-Luft-Batterien bereits funktionieren. „Ein Vorteil von Zink-Luft-Batterien ist die hohe gravimetrische Energiedichte und die bei wässrigen Elektrolyten geringen Kosten“, so Horstmann. Eine weitere Stärke sei, dass die Materialien in vielen Teilen der Welt gefördert werden könnten.
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