// GAMESTAR — GAMING
Valve - Gabe Newell quälte monatelang seine Entwickler, weil er sich unbedingt ein obskures Hobby beibringen wollte
Wenn GabeN pfeifend und grummelnd über die Valve-Flure flanierte, ergriffen die Mitarbeiter die Flucht.
Tiefes Grollen, gefolgt von schrillem Pfeifen, das ungebremst durch die Gänge schallt … Gabe Newell ist in der Gaming-Welt für viele Eigenheiten bekannt: für die Erschaffung von Steam, seine Vorliebe für extravagante Jachten – und dafür, dass Fans seit bald zwei Jahrzehnten vergeblich auf Half-Life 3 hoffen. Eine ganz besonders kuriose Episode brachte jetzt allerdings Counter-Strike-Miterfinder Minh »Gooseman« Le ans Tageslicht.
In einem Interview mit dem YouTube-Kanal Indie Game Joe plauderte Le aus dem Nähkästchen. Demnach verfiel Newell vor etlichen Jahren einer ganz speziellen Leidenschaft: traditionellem mongolischen Kehlgesang. Das eigentliche Problem für das Team war dabei weniger das Hobby an sich, sondern Newells Angewohnheit, seine Stimmübungen direkt auf den Bürofluren abzuhalten.
10:02
Darum kein Half-Life 3: Valves nächster Megahit ist GANZ anders!
Auslöser war laut Le eine Fernsehdokumentation über mongolische Sänger. Newell zeigte sich von der Gesangstechnik derart fasziniert, dass er beschloss, sie sich im Alleingang beizubringen. Und wer Gabe Newell kennt, weiß: Halbe Sachen macht der Valve-Chef selten.
Le erinnert sich auch heute noch an die damalige Geräuschkulisse: Newell sei damals täglich durch die Gänge spaziert und habe ungeniert vor sich hin gesungen. Für die Belegschaft, die eigentlich konzentriert an Spielen feilen wollte, entwickelte sich das Ganze rasch zur akustischen Zerreißprobe. Die Darbietungen waren schließlich alles andere als leise.
Um dem Dröhnen auf dem Flur zu entkommen, zogen die Mitarbeiter nach und nach ihre Bürotüren zu. Aus dem für seine offene Firmenkultur bekannten Valve-Hauptquartier wurde für knapp fünf Monate eine Festung geschlossener Türen, bis Newells Gesangsphase allmählich wieder abebbte.
Für Minh Le passte die Aktion perfekt ins Bild. Newell neige dazu, sich Hals über Kopf in neue Themen zu verbeißen, jedes Detail aufzusaugen und danach zum nächsten Projekt weiterzuziehen. Genau dieselbe Besessenheit habe Newell später an den Tag gelegt, als er mit dem Messerschmieden begann und einen ganzen Büroraum mit Schwertern und Klingen vollstellte.
Die Geschichte klingt fast zu absurd, um wahr zu sein. Ein Fan namens Bas wollte es deshalb genau wissen und schickte kurzerhand eine E-Mail an Newells bekannte Adresse. Der Valve-Chef antwortet bekanntlich immer wieder überraschend auf Fan-Post, und er ließ sich auch diesmal nicht zweimal bitten.
Newell bestätigte die Anekdote und bewies dabei eine gesunde Dosis Selbstironie: »Ich bin komplett autodidaktisch unterwegs, und genau so klingt es auch«.