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KI-Update: Chinas Aufholjagd, Clickworker, Anthropic, Apple-Updates, KI-Git-Tool
Das "KI-Update" liefert werktäglich eine Zusammenfassung der wichtigsten KI-Entwicklungen.
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Der chinesische Konzern Meituan hat sein neues Modell LongCat-2.0 vollständig auf heimischer Hardware trainiert. Es umfasst 1,6 Billionen Parameter und Nvidia-Chips sollen dabei keine Rolle gespielt haben. Das Training lief auf einem Verbund aus über 50.000 inländischen KI-Chips. Das Team hinter LongCat existiert erst seit 2023. In zwei Programmier-Benchmarks schlägt LongCat-2.0 Googles Gemini 3.1 Pro und OpenAIs GPT-5.5, unterliegt aber Anthropics Claude-Modellen. Bei Logik und Fachwissen fällt es teils deutlich zurück.
Das Signal an Washington bleibt trotzdem deutlich. Seit 2022 verhängen die USA Exportkontrollen für moderne KI-Chips, doch China präsentiert nun offenbar erstmals ein konkurrenzfähiges Billionen-Parameter-Modell auf eigener Hardware. Welche Chips genau zum Einsatz kamen, verrät Meituan bislang nicht. Auch ist das Modell noch nicht öffentlich verfügbar, eine unabhängige Prüfung der Ergebnisse also vorerst unmöglich.
Der chinesische KI-Anbieter Z.ai hat mit GLM-5.2 ein Open-Weight-Modell veröffentlicht, das bei der Erkennung von Sicherheitslücken mit Anthropics Opus 4.8 mithalten kann. Das ergaben IDOR-Benchmark-Tests der Cybersicherheitsfirma Semgrep. Weil jeder GLM-5.2 herunterladen und lokal betreiben kann, ist das ein zweischneidiges Schwert. Sicherheitsfirmen und interne Red Teams können es in abgeschotteten Umgebungen für Code-Reviews nutzen, ohne sensible Daten an US-Clouds zu geben. Für DSGVO-konforme Umgebungen in Europa ist das ein Vorteil.
Doch auch Angreifer können das Modell ohne Aufsicht betreiben, um nach Schwachstellen in kritischen Systemen zu suchen. Die Entwicklung trifft die US-Regierung in einem heiklen Moment. Anthropics Spitzenmodell Mythos ist nur für ausgewählte Stakeholder verfügbar, Fable war kurzzeitig ganz gesperrt, weil die Trump-Administration den Zugriff durch ausländische Nutzer untersagte. GLM-5.2 hingegen ist offen verfügbar und könnte den Kampf um cybersichere Systeme verschärfen.
Dass Millionen schlecht bezahlter Arbeitskräfte im Hintergrund dafür sorgen, dass KI überhaupt funktioniert, ist oft wenig bekannt. Diese Datenarbeiter, auch Clickworker genannt, versehen Bilder, Texte und Videos mit Metadaten und filtern gefährliche Inhalte heraus. Ein Großteil arbeitet im Globalen Süden, wo die Löhne niedrig sind, oft unter schlechten Bedingungen. Im c't-Podcast "They Talk Tech" sprechen Svea Eckert und Eva Wolfangel mit Julia Kloiber vom Superrr Lab, einer gemeinnützigen Organisation für gemeinwohlorientierte Digitalisierung.
Bekannt wurde das Thema 2023, als eine Time-Recherche eine Firma in Kenia besuchte, deren Beschäftigte für einen Hungerlohn KI-Modellen Hass und Gewalt austreiben sollten. Viele von ihnen sahen den ganzen Tag traumatisierende Szenen. Die Weltbank schätzt, dass zwischen 150 Millionen und 430 Millionen Menschen als Datenarbeiter tätig sind. Perfide ist auch die Datengenerierung: In Kenia werden Menschen aufgefordert, private Aufnahmen ihrer Familien zu teilen, damit diese in die Trainingsdaten einfließen.
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