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Anthropic: Nettoverlust von 42 Milliarden US-Dollar allein 2025
Allein im vergangenen Jahr hat Anthropic mehr als 40 Milliarden US-Dollar Verlust gemacht. Das hat das Unternehmen in einem Börsenprospekt eingestanden.
Anthropic hat im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 42 Milliarden US-Dollar gemacht und plant, in den kommenden Jahren 518 Milliarden US-Dollar für Cloudkapazitäten, Rechenleistung und Infrastruktur auszugeben. Von 4,6 Milliarden US-Dollar Umsatz kam derweil fast ein Viertel von nur zwei Kunden. Das sind die zentralen Zahlen aus einem Prospekt des KI-Unternehmens für den geplanten Börsengang, den die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. Fast ein Drittel des Dokuments ist laut der Financial Times Risikofaktoren gewidmet, darin heißt es demnach unter anderem, dass die eigene Technik „existenzielle Risiken für die Menschheit“ mit sich bringen könnte.
Dass Anthropic an die Börse strebt und dabei den Rekordeinstieg von SpaceX noch übertreffen will, ist seit Wochen bekannt. Elon Musks Unternehmen hat dabei 86 Milliarden US-Dollar eingenommen. Beim bisherigen Rekordhalter, dem saudi-arabischen Ölkonzern Aramco, waren es 2019 gerade einmal 29 Milliarden. Anthropic peilt sogar 100 Milliarden US-Dollar an, hieß es zuletzt. Das KI-Unternehmen zielt auf eine Bewertung von zwei Billionen US-Dollar, hat den Schritt aber zuletzt nach hinten verschoben, der Börsengang soll jetzt wohl nach den Zwischenwahlen in den USA erfolgen. Hintergrund sind laut Medienberichten Verhandlungen über einen milliardenschweren Kredit.
Der Börsenprospekt, den Reuters und die Financial Times jetzt einsehen konnten, gibt einen deutlich belastbareren Einblick in das Geschäft von Anthropic als die verschiedenen Medienberichte der vergangenen Wochen. Da war sogar schon einmal die Rede davon, dass Anthropic in diesem Jahr bereits einmal einen Gewinn erwirtschaftet haben soll. Den zugrunde liegenden Zahlen haben aber wichtige Hintergründe gefehlt. Unklar war beispielsweise, welche Posten eingerechnet wurden und welche nicht. Die Zahlen von Reuters legen aber nahe, dass die Gewinnzone bei einer Rechnung nach Börsenstandards noch weit entfernt ist. So hat sich der operative Verlust demnach zwischen 2024 und 2025 von fast 3 auf über 8 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt.
Zu den Risikofaktoren des eigenen Geschäfts zählt Anthropic laut der Financial Times das Potenzial der KI-Technik für Manipulationen, Erpressung und unvorhersagbares Verhalten. Genannt wird demnach aber auch eine extreme Konzentration der Nutzerschaft, denn fast ein Viertel des Umsatzes kam 2025 von nur zwei Kunden. Laut VentureBeat handelt es sich dabei um das KI-Coding-Tool Cursor und GitHub Copilot von Microsoft. Nachdem ersteres im Sommer von Elon Musks Weltraumunternehmen SpaceX übernommen wurde, gehören die beiden größten Kunden von Anthropic also jeweils der direkten Konkurrenz im KI-Rennen.
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