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„Transport Fever 3“ angespielt: Hold my beer, Deutsche Bahn!
„Transport Fever 3“ verbessert die Formel ein weiteres Mal und ergänzt den Modellbaukasten um Konsequenzen. Trotzdem sollten nicht alle einsteigen.
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Ob es nun Strategie-, Aufbau- oder Tycoon-Spiele sind: Meistens geht es darum, ganze Imperien, Städte oder Betriebe hochzuziehen. „Transport Fever 3“ bildet da eine Ausnahme und konzentriert sich nur auf einen einzigen Aspekt: die Fortbewegung.
„Durch die Eisenbahnen wird der Raum getötet, und es bleibt uns nur noch die Zeit übrig“, schrieb einst der deutsche Dichter Heinrich Heine. Und wie recht er doch damit hatte! Denn Zeit ist das, was „Transport Fever 3“ am meisten braucht. Die Zeit, um die ganzen Transportsysteme auszubauen und zu perfektionieren. Mit dem dritten Streich hat der Schweizer Entwickler Urban Games seine Formel noch lebhafter, aber auch noch komplexer gemacht. Ob Genialität oder Chaos, in „Transport Fever 3“ kann ich mich stets in einem von beiden verlieren.
Seit 2012 werkelt das Schweizer Studio an seinen Transportspielen. Mit jedem Teil kommt eine neue Dimension hinzu, wodurch die Simulation immer komplexer wird. Mittlerweile reicht es nicht mehr aus, nur eine Strecke zu bauen und dem Töfftöff beim Fahren über die malerische Brücke zuzusehen. Heute hängt das ganze System von meinem logistischen Können ab.
Wenn ich große Menschenmassen irgendwo hinbringen möchte, muss ich Bahnhöfe errichten. Diese verursachen allerdings Lärm und Schmutz. Meistens verursache ich durch das Beheben eines Problems drei neue Probleme. Das ist der große Spaß – oder sagen wir: die spannende Herausforderung des Spiels. Auch wenn das Zusehen selbstverständlich geblieben ist. Das ist quasi die Belohnung für die harte Arbeit. Geht alles allerdings in Flammen auf, scheint irgendwo eine falsch geplante Buslinie eine Kettenreaktion ausgelöst zu haben. Dann muss ich nochmal ran.
Während die Kenner der Reihe sofort drauflosbauen und kein weiteres Ziel als pure Perfektion brauchen, bietet „Transport Fever 3“ erneut eine mehrteilige Kampagne, die vor allem Neulingen den Einstieg erleichtern sollte. Diese Story-Missionen orientieren sich an geschichtlichen Ereignissen und verkaufen das Ganze mit schrulligen Charakteren und Humor.
In einer Mission muss ich beispielsweise eine Zugverbindung durch die Alpen errichten, in einer anderen das Woodstock-Festival logistisch stemmen. Was besonders schön ist: Ich arbeite nicht nur für eine Tabelle oder ein grünes Häkchen. Das, was ich tue, hat direkte Auswirkungen auf das Spiel. Je mehr Hippies ich in die Pampa fahre, desto mehr Zelte bauen sie auch wirklich auf. Das ist mein Verdienst. Allerdings: So viel Struktur die Missionen auch geben, so strikt sind sie letztendlich auch aufgebaut. Scheitere ich in einer entscheidenden Bauphase, darf ich oft die ganze Mission neu starten.
Die Kampagne wird mit jeder Mission anspruchsvoller, funktioniert aber als gute Vorbereitung für die vielseitigen Herausforderungen im Endlosspiel. Um alles muss ich mich in „Transport Fever 3“ allerdings nicht kümmern. Ich bin nur für die Infrastruktur zuständig, die Städte wachsen von selbst. Das sieht ganz drollig und nett aus, vor allem wenn die Spielpartie im 19. Jahrhundert beginnt und immer weiter in die Moderne fortschreitet. Doch der Fortschritt hängt von mir ab. Ich befördere Menschen und transportiere Waren. Was zunächst einfach klingt, wird in der Praxis sehr komplex. Denn nach kurzer Zeit werde ich mit vielen Faktoren und Fragen konfrontiert. Warum kommt es an dieser Stelle zu Staus? Warum braucht der Güterzug so lange? Was verursacht in meiner Bilanz so ein großes Minus?
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