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Koalition ringt um Kompromiss zur Pflegereform
Die Zeit ist knapp: Morgen soll der Koalitionskompromiss zur Pflege stehen. Union und SPD versichern: Wir bekommen das hin. Doch die Zweifel der SPD am "Kürzungspaket" scheinen bei Weitem noch nicht ausgeräumt.
Am Mittwoch soll sie auf dem Tisch liegen, die Einigung des schwarz-roten Bundeskabinetts zur geplanten Pflegereform. Doch in den vergangenen Tagen standen die Zeichen eher auf Zerwürfnis als auf Kompromiss. Nun zeigen sich aber beide Koalitionspartner überzeugt: Es wird etwas mit dem gemeinsamen Beschluss.
"Um es ganz klar zu sagen: Wir brauchen und wir wollen diese Pflegereform, und wir möchten sie auch am Mittwoch schon im Kabinett sehen", sagte SPD-Fraktionsvize Dagmar Schmidt der Rheinischen Post. Zuvor hatte schon Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann von der CDU betont, er gehe von einem Kabinettsbeschluss nach Zeitplan aus.
Damit es mit dem gemeinsamen Votum für die Reform klappt, hatten sich die Spitzen beider Koalitionspartner gestern nochmals im Kanzleramt zusammengesetzt. Über das Ergebnis wurde aber nichts bekannt.
Bei der Frage nach Lösungen für die Pflegereform liegen die Koalitionspartner weit auseinander. Gelingt der Durchbruch?
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SPD-Fraktionsvize Schmidt mahnte: "Reform bedeutet aber in unserem Verständnis eben nicht, mit spitzem Bleistift Kataloge zusammenzustreichen." Es bedeute vielmehr, "die Dinge auch einmal grundsätzlich neu zu ordnen, statt bloß Leistungen zu kürzen".
Ende der vergangenen Woche hatte die SPD mit einer Blockade der Reformpläne gedroht, sollten diese nur "ein reines Kürzungspaket" beinhalten, wie es Fraktionschef Matthias Miersch ausdrückte. Änderungen müssten her - und die Sozialdemokraten lieferten auch gleich Vorschläge, wie diese aussehen müssten.
Erstens: das "Gerechtigkeitsproblem" zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung bekämpfen. Das hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schließlich selbst eingeräumt. "Wir nehmen ihn gern beim Wort: Die Zeit ist reif für ein gemeinsames System oder wenigstens einen fairen finanziellen Ausgleich zwischen den beiden Systemen", drängte Fraktionsvize Schmidt nun abermals.
Zweitens: ein Pflegekostendeckel. Mit dem sollen die Ausgaben für den sogenannten einrichtungseinheitlichen Eigenanteil, die Pflegebedürftige selbst leisten müssen, begrenzt werden. Doch schon am Wochenende hatte Linnemann im "Bericht aus Berlin" bezweifelt, dass diese Rechnung aufgeht. Ein Kostendeckel biete für ihn keine Lösung.
Die SPD droht, die geplante Pflegereform zu blockieren - und fordert Änderungen.
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