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Jens Spahn: Vom politischen Instinkt verlassen
Jens Spahn wird zum Hinterbänkler. Nach seinem Rückzug als Fraktionschef hat er auch im Haushaltsausschuss aufgegeben. Doch wie geht es jetzt weiter für ihn, der bisher nur den Weg nach oben kannte?
Jens Spahn wusste schon immer, dass er ein besonderer Politiker ist:
Das war 2018 zweifelsohne richtig: Spahn, Mitte 30, kandidiert als Nachfolger von Angela Merkel um den CDU-Parteivorsitz. Geduldig sein, das ist nicht Spahns Sache - genauso wenig wie tief stapeln:
Die direkte Linie: Adenauer, Kohl - und Spahn. Der zwar 2018 schon im ersten Wahlgang ausscheidet, aber immer wiederkommt. Gesundheitsminister unter Angela Merkel, Unionsfraktionsvorsitzender unter Friedrich Merz, die beide - vorsichtig formuliert - nicht zu den Spahn-Ultras zählen. Ein rhetorisch und meinungsstarker, aber doch haltungsgeschmeidiger Politiker.
Spahn steht wegen einer privaten Reise während der Sitzungszeit in der Kritik.
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Anerkennung dafür vom Experten: "Der Jens ist 360 Grad anspielbar, für jedes Thema, ein echter Allrounder, und ja, das will ich auch sagen - er kann auch loyal", sagt CSU-Chef Markus Söder über "den Jens", der offenbar auch anders als loyal kann. Der die Affären um ihn und das ständige Geraune über ihn scheinbar mühelos wegsteckte. Der Angriff wie Abwehr beherrschte - in einfachen deutschen Hauptsätzen, wie hier zu den milliardenschweren Maskendeals zu Beginn der Corona-Pandemie: "Ich habe ein reines Gewissen. Ich habe in der jeweiligen Lage nach bestem Wissen und Gewissen entschieden."
Spahns doppelter Fall erfolgt nun nicht über eine Sachfrage. Sondern offenbar hat ihn der politische Instinkt verlassen, der ihn eigentlich trug. Eine Leihmutterschaft in den USA, obwohl von seiner Partei und auch ihm selbst lange abgelehnt? Rücktritt als Fraktionschef.
Aber der Experte aus Bayern orakelte schon kurz darauf wieder: "Ich glaube auch, dass der Weg von Jens Spahn noch nicht beendet ist. Jemand mit solchen Talenten und einer solchen politischen Kraft, der wird sicher irgendwann eine führende politische Rolle übernehmen."
Die Forderungen nach einem Rücktritt Spahns werden lauter.
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Kaum wieder da, schon bekam Spahn einen Sitz im wichtigen Haushaltsausschuss. Unüblich für Ehemalige; eher was für die, die noch etwas werden wollen. Auch dieser Sitz ist nun weg. Statt Ausschuss hatte Spahn offenbar einen Ausflug nach Sardinien aufs Programm gesetzt.