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„Größter kosmischer Film“: Rubin Observatory beginnt seine Hauptmission
Für zehn Jahre lichtet das Vera C. Rubin Observatory jetzt alle paar Tage den kompletten nächtlichen Südhimmel ab. Ziel ist eine nie dagewesene Datenmenge.
(Bild: NSF–DOE Vera C. Rubin Observatory/NOIRLab/SLAC/AURA)
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Das neue Vera C. Rubin Observatory hat jetzt damit begonnen, den „größten kosmischen Film aufzunehmen, der je erstellt wurde“. So bezeichnet der kommissarische Leiter der US-Forschungsbehörde National Science Foundation (NSF) den Beginn der Arbeit an der Legacy Survey of Space and Time (LSST). Sie ist auf ein Zeitfenster von zehn Jahren ausgelegt. Dafür wird das Observatorium fortan jede Nacht etwa 1000 Aufnahmen des Sternenhimmels machen und damit alle paar Tage den kompletten Nachthimmel der Südhalbkugel ablichten. Dadurch entsteht nicht nur ein gigantischer Zeitraffer, das Instrument wird auch jede Nacht mehrere Millionen Veränderungen am Nachthimmel entdecken und damit zahlreiche Folgebeobachtungen ermöglichen.
Wie leistungsfähig die Entdeckungsmaschine ist, hat sie bereits direkt nach ihrer Inbetriebnahme gezeigt. Allein in der ersten Nacht hat das Observatorium 800.000 Hinweise auf Veränderungen am Sternenhimmel verschickt. Damit wurden Astronomen und Astronominnen auf bislang unbekannte Asteroiden, sowie explodierende oder veränderliche Sterne aufmerksam gemacht. Ab jetzt sammelt das Observatorium jede Nacht ungefähr 10 Terabyte an Daten, sieben Millionen Warnhinweise werden pro Nacht erwartet. Indem das Teleskop über zehn Jahre jeden Punkt am Himmel ungefähr 800 Mal beobachtet, soll es „subtile Ereignisse aufdecken, sich bewegende Objekte finden und die beschleunigte Expansion des Universums untersuchen“, erklären die Verantwortlichen.
Das Vera C. Rubin Observatory steht in Chile, das Herzstück ist die weltweit größte Digitalkamera. Die heißt genauso wie das zentrale Forschungsprojekt Legacy Survey of Space and Time und hat ein Sensorfeld aus 189 individuellen sogenannten Charge-Coupled-Device-Sensoren (CCD) mit jeweils 16 Megapixeln. In ihrem Observatorium profitiert die gigantische Digitalkamera von einem Spiegel mit einem Durchmesser von 8,4 Metern und einem besonders großen Sichtfeld. Benannt ist das neue Observatorium nach der Astronomin Vera C. Rubin, die unser Verständnis von Galaxien revolutioniert und entscheidend zur Beschreibung der sogenannten Dunklen Materie beigetragen hat.
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