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Westjordanland: Siedler verhindern Rückkehr vertriebener Palästinenser
Selbst Israels Premier schaltete sich in den Fall ein: Familie Tubassi wurde von jüdischen Siedlern aus ihrem Haus im Westjordanland vertrieben. Sie wehrte sich erfolgreich vor Gericht. Doch auch das half ihr nicht.
Seit fast 70 Tagen kann Familie Tubassi nicht mehr in ihr Haus in Dschalud im Westjordanland zurückkehren. Am Telefon erzählt Mahmude Tubassi, wie er Ende Juli von extremistischen israelischen Siedlern vertrieben wurde.
Als sich die Situation weiter zuspitzte, verließ Tubassi schließlich sein Haus gemeinsam mit seiner Familie. Aber er wehrte sich vor Gericht gegen die Vertreibung und bekam Recht: Er musste zurückkehren dürfen. So eskortierten ihn israelische Soldaten und Grenzpolizisten in einer Autokolonne zurück in sein Dorf.
Mahmude Tubassi schaut mit seiner Frau aus einiger Entfernung auf ihr gemeinsames Grundstück.
Sie seien kaum fünf Minuten wieder daheim gewesen, da hätten die Siedler erneut angegriffen, Steine geworfen und geschrien, erzählt Tubassi. Er sei überrascht gewesen von der Anzahl der Siedler, fast 150 seien es gewesen.
Der Palästinenser erzählt, dass die Soldaten versuchten, ihn und seine Familie zu verteidigen, dass sie Pfefferspray gegen die Siedler einsetzten. Aber als es ihnen nicht gelang, die Situation zu kontrollieren, brachten sie die Familie zurück zu den Autos. "Als die Siedler sahen, dass wir in ein Militärauto einstiegen, schlitzten sie die Reifen des Wagens auf", erzählt er.
Nach Angaben der israelischen Armee wurden bei den Aufständen drei Grenzpolizisten verletzt. Das Militär bestätigt, dass gewaltbereite Siedler Steine geworfen, Wege blockiert, Gebäude und Autos angezündet haben. Zwei von ihnen nahm die Polizei fest.
Wegen der Gewalt von Siedlern im Westjordanland steht Premier Netanjahu unter Druck.
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Überraschend äußerte sich Premierminister Benjamin Netanjahu zu dem Vorfall: Er verurteile die gewalttätigen Ausschreitungen aufs Schärfste sowie die Angriffe auf die Sicherheitskräfte, die vor Ort eintrafen, heißt es in einer Mitteilung aus seinem Büro. Die Handvoll Randalierer repräsentierten nicht die gesetzestreue Siedlergemeinschaft in Judäa und Samaria. So bezeichnet Netanjahu das von Israel besetzte Westjordanland.
Weiter sagte er, er stehe voll und ganz hinter den Angehörigen des Militärs und der Grenzpolizei, die sich für die Bekämpfung des Terrorismus und die Gewährleistung der Sicherheit einsetzen.