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KI-Krise und Kontrollverlust: Wie sehr traut man OpenAIs dauerhaft aktiven Büro-Agenten?
Während Sicherheitsvorfälle und die KI-Krise die öffentliche Debatte bestimmen, kehrt OpenAI mit der jährlichen Entwicklerkonferenz zum Alltag zurück. Neue Agenten für Arbeitsumgebungen, aktualisierte Modelle und Tarif-Optionen – erst Kontrollverlust, jetzt Back to Business?
Insgesamt waren es mehr als 20 Neuerungen, die OpenAI gestern Abend auf dem DevDay 2026 präsentierte. Zu den relevanten Neuerungen zählen:
Funktionen wie der ChatGPT-Login oder die Spaces sind vielversprechend im KI-Alltag. Insbesondere Agenten-Lösungen wie Dots zeigen aber, wie unübersichtlich die KI-Apps allmählich werden.
Dots als allzeitaktive Agenten ergänzen die Funktionen, die OpenAI bereits mit ChatGPT Work eingeführt hat. Die KI-Assistenten sollen immer mehr Aufgaben im Hintergrund möglichst autonom abarbeiten können, man zielt also auf Büros und Routineaufgaben. Was OpenAI im Blog-Beitrag beschreibt, klingt auch naheliegend: „Außerhalb von OpenAI bemerkte der dot einer Person aus der frühen Testphase, dass sie vergessen hatte, einem Publikationsmedium eine Rechnung zu stellen. Er bereitete die Rechnung vor und versandte sie nach ihrer Freigabe.“
Wenn es so funktioniert, wäre das hilfreich. Der Haken: Schon ChatGPT Work wirkt teilweise überladen. Selbst das Einrichten kleinerer Routinen kann sich als fummelig erweisen. Ein Pluspunkt war aber immerhin, dass sich alles in einer App abspielte.
Dass OpenAI davon wieder abweicht, bezeichnet der Ökonomie-Professor und KI-Marktbeobachter Ethan Mollick nun als verwirrend. Angesichts von ChatGPT Work, Spaces, Dots und dem Zusammenspiel von geplanten Aufgaben in der Cloud und lokal auf dem Computer sei ihm nicht klar, welche Funktion wann welche Aufgabe übernimmt. Und wie genau die Rechteverteilung geregelt ist.
OpenAI beschreibt Dots als eigenständige Agenten, die sich praktisch wie Mitarbeiter in Unternehmensnetzwerken bewegen sollen. Und wenn sie keine konkrete Aufgabe haben, sollen sie von sich aus „proaktive Recherchen“ (Wortlaut von OpenAI) starten, um den jeweiligen Nutzer zu unterstützen. Risiken minimieren will man mit verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen und Schutzmechanismen.
Bedenken bleiben trotzdem. Eine der Fragen ist, ob man als alltäglicher Anwender noch den Überblick über die Rechteverwaltung und Freigaben behält, wenn ein Agent oder mehrere sich dauerhaft im Hintergrund bewegen. Und angesichts der KI-Sicherheitsvorfälle stellt sich die Frage, wie sehr man einem Unternehmen trauen will, das laut einem Bericht der New York Times interne Warnungen nicht ernst nahm, weil es die Produktentwicklung nicht ausbremsen wollte.