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Shuhei Yoshida kommentiert Sonys Kurswechsel bei PC-Spielen
Sony könnte große Singleplayer-Spiele künftig wieder stärker an die PlayStation binden. Shuhei Yoshida, Ex-Präsident der Worldwide Studios, sieht darin eine Rückkehr zur früheren Exklusiv-Strategie.
Shuhei Yoshida, der ehemalige Präsident der Worldwide Studios von Sony Interactive Entertainment, hat sich nun Sonys Kursänderung geäußert, mit der vor allem große Singleplayer-Produktionen wieder stärker an die PlayStation-Konsolen gebunden werden sollen.
Im Gespräch mit dem Vergecast erklärte Yoshida, dass Sony während der PS4-Generation bewusst darauf verzichtet habe, große First-Party-Produktionen direkt auf den PC zu bringen. Damals sei die Konsolen-Exklusivität als wichtiges Argument für PlayStation-Spieler betrachtet worden.
Während der PS5-Generation verfolgte Sony dagegen einen flexibleren Ansatz. Online-Spiele wie Helldivers 2 erschienen teilweise gleichzeitig für PlayStation und PC, während große Singleplayer-Titel zunächst exklusiv für die PS5 veröffentlicht und erst später auf den PC gebracht wurden.
Yoshida zufolge steckte dahinter die Überlegung, beide Zielgruppen anzusprechen. PlayStation-Spieler erhielten ihre Spiele zuerst, während PC-Spieler später Zugang zu den Titeln bekamen. Gleichzeitig konnten neue Spieler mit Sonys Marken in Kontakt kommen:
„Sie waren der Meinung, dass dies ausreichen würde, um PlayStation-Nutzer anzusprechen, aber gleichzeitig könnten durch die Veröffentlichung von First-Party-Spielen [und] IPs auf dem PC und die potenzielle Erschließung neuer Nutzer … jene Nutzer, die First-Party-Spiele auf dem PC spielen, zu Fans dieser IP werden [und] in Zukunft vielleicht zur PlayStation wechseln.“
Sollte Sony tatsächlich wieder stärker auf Konsolen-Exklusivität setzen, wäre das laut Yoshida eine Rückkehr zu einer früheren Denkweise. Er betont allerdings, dass er die aktuellen internen Überlegungen nicht kenne. Seine Vermutung: „Wahrscheinlich geht es um das First-Party-Geschäft im Vergleich zum Plattformgeschäft … Momentan scheint die Plattformseite die Oberhand zu gewinnen, würde ich sagen. Die Plattformseite [will] immer etwas Exklusives, oder?“
Yoshida hatte sich in der Vergangenheit deutlich positiv zu PC-Portierungen geäußert und diese sogar als "fast wie Geld drucken" bezeichnet. Die mögliche Kehrtwende könnte Sony zwar zusätzliche Argumente für den Kauf einer PlayStation liefern, gleichzeitig würde das Unternehmen aber auf zusätzliche PC-Verkäufe seiner großen Singleplayer-Spiele verzichten.
Bereits Anfang des Jahres wurde berichtet, dass Hermen Hulst, CEO der Studio-Sparte von Sony Interactive Entertainment, intern kommuniziert habe, dass narrative Singleplayer-Spiele künftig wieder exklusiv für PlayStation-Konsolen erscheinen könnten. Daraufhin strich Sony die PC-Releases aus dem Geschäftsbericht im Juni und kündigte fortlaufend an, die Abwanderung auf den PC gänzlich verhindern zu wollen.