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Xbox-Entlassungen: Entwickler von Gears of War E-Day bangen um Jobs und Bonus-Zahlungen
Kurz vor dem Release schwindet der Optimismus bei The Coalition. Das Team befürchtet weitere Kündigungen durch Microsoft, die lukrative Metacritic-Boni gefährden könnten.
Im Juli kündigte die neue Xbox-Chefin Asha Sharma einen massiven Stellenabbau an: 3.200 Arbeitsplätze in Microsofts Gaming-Sparte sollten gestrichen werden, etwa die Hälfte davon direkt mit der Ankündigung. Die Auswirkungen waren enorm. Zahlreiche Entwickler bei Xbox-Studios wie Activision, Bethesda, id Software, Blizzard, Mojang und King verloren ihre Jobs. Double Fine und Compulsion wurden in die Unabhängigkeit entlassen, während sich Arkane Lyon (Dishonored 2), Undead Labs (State of Decay 3) und Ninja Theory (Hellblade) auf neue Eigentumsverhältnisse einstellen mussten.
Nachdem Microsoft die Rechte an der "Gears of War"-Marke im Jahr 2014 von Epic Games gekauft hatte, wurde das interne Studio "Black Tusk" aus Vancouver umstrukturiert und in The Coalition umbenannt. Seitdem leitet das Team exklusiv die Weiterentwicklung des prestigeträchtigen Shooter-Franchises.
Vor zwei Wochen folgten dann die nächsten drastischen Kürzungen bei Xbox. Die Halo Studios wurden radikal verkleinert, während Activision die Kontrolle über das Sci-Fi-Franchise übernahm. Rare und World's Edge landeten ebenfalls unter dem Schirm von Activision, wobei das Age-of-Empires-Studio Berichten zufolge rund die Hälfte seiner Belegschaft verlor. Obsidian wurde von Bethesda geschluck, und bei Ninja Theory begann ein Konsultationsprozess zur Vorbereitung einer möglichen Schließung, nachdem der geplante Eigentümerwechsel geplatzt war. Undead Labs musste auf dem Weg in die Unabhängigkeit ebenfalls schwere Entlassungen hinnehmen, während Arkane Lyon noch immer in Verhandlungen mit der eigenen Belegschaft steckt. In dieser jüngsten Welle fielen mindestens 268 weitere Stellen weg – unklar ist jedoch, ob diese Zahl bereits die Entwickler bei Ninja Theory und Undead Labs einschließt.
Doch ein Xbox-eigenes Studio schien vom Kürzungs-Hammer bislang weitgehend verschont geblieben zu sein: The Coalition, der Entwickler von Gears of War: E-Day. Nach der jüngsten Entlassungswelle bei Microsoft – zu der auch der überraschende Abgang von E-Days Story Director Juan Vaca zählte – erfuhr Eurogamer jedoch, dass im Studio zunehmend die Angst vor bevorstehenden Kündigungen und deren potenziell massiven finanziellen Folgen wächst. Für diesen Artikel sprach Eurogamer mit mehreren gut informierten Quellen aus dem Studio in Vancouver. Zu ihrem Schutz sicherten wir ihnen Anonymität zu.
Die aktuelle Unruhe herrschte im Studio nicht immer. Vor der jüngsten Entlassungswelle blickten die Entwickler bei The Coalition noch vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Sie gingen aus zwei Hauptgründen davon aus, zumindest vorerst von den Kürzungen verschont zu bleiben: Zum einen arbeiteten sie mit dem kommenden Gears of War: E-Day an einem gewaltigen, unmittelbar bevorstehenden Release für Xbox. Entwickler zu feuern, die noch mitten in der Produktion eines Spiels stecken, ergäbe wenig Sinn.
Zum anderen genoss das Studio, wie es eine Quelle gegenüber Eurogamer ausdrückte, den Status als eines von Xbox' "Musterkindern". Auf der offiziellen Webseite wird The Coalition beispielsweise als "WVorzeige-First-Party-Studio innerhalb der Xbox Game Studios" und als "Heimat einer der kritisch wie kommerziell erfolgreichsten Spieleserien" gefeiert – dem Dauerbrenner Gears of War. Die Xbox-Führungsriege hielt sich über die Jahre zudem weitgehend aus dem operativen Geschäft des Studios heraus. Das funktionierte, zumindest aus Sicht von The Coalition, scheinbar hervorragend. Diese beiden Faktoren sorgten im Team für ein Gefühl relativer Sicherheit.
Natürlich drückte das Wissen um die noch anstehenden Xbox-Stellenstreichungen auf die Stimmung. Tiefschläge aus der Vergangenheit, wie etwa die überraschende Schließung von Tango Gameworks kurz nach dem Release des gefeierten Hi-Fi Rush, saßen noch immer tief. Das bestätigte eine Quelle gegenüber E