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Tankrabatt für Autofahrer, aber kein Nachlass beim Heizen: ungerecht?
Autofahrer profitieren seit dem 1. Oktober vom "Tankrabatt". Hausbesitzer mit Ölheizung gehen leer aus. Fachleute sehen darin ein Gerechtigkeitsproblem - warnen aber vor neuen, teuren Steuernachlässen.
Otto Krupinski hätte sich auch einen Rabatt auf Heizöl gewünscht. "Der Staat muss nicht so viel Geld verdienen am Öl. Er muss auch mal an die kleinen Leute denken, nicht nur an die Großen, die Geld haben", sagt der 76-Jährige aus Worms.
Seine Tanks sind fast leer, die Heizperiode steht vor der Tür. Vor acht Wochen bestellte Krupinski Heizöl - für 1,78 Euro pro Liter. Lange hatte er in der Hoffnung gewartet, dass der Preis wieder sinkt. Vergeblich. Vor einem Jahr kostete der Liter noch rund 90 Cent, im September lag der Preis im Schnitt bis zu 60 Prozent höher als im Vorjahr.
"Ich muss kaufen - egal, ob der Liter fünf Euro kostet", sagt Krupinski. "Ich weiß nicht, wie das noch weitergehen soll." Normalerweise bestellt er gemeinsam mit anderen, das ist günstiger. Doch diesmal sprang die Hälfte ab: Das Öl sei ihnen zu teuer. Krupinski selbst bestellt deshalb 500 Liter Heizöl weniger als sonst.
Auch Dominik Spies aus Mainz versucht, mit möglichst wenig Vorrat über die Runden zu kommen. Früher ließ er seinen 10.000-Liter-Tank voll machen. Heute bestellt er höchstens 3.000 Liter. Vor dem Ukraine-Krieg habe eine Tankfüllung rund 5.000 Euro gekostet, sagt Spies. Heute wären es für dieselbe Menge bis zu 14.000 Euro.
Wo sich die hohen Öl- und Gaspreise besonders auswirken und was Verbraucher dagegen tun können.
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Die hohen Preise verändern auch das Geschäft der Heizöllieferanten. Viele Kunden warten so lange wie möglich mit der Bestellung. Wenn die Temperaturen sinken, wollen dann plötzlich viele gleichzeitig ihre Tanks füllen - aus Angst, dass das Öl noch teurer wird.
Etwa drei Viertel der Haushalte in Deutschland haben eine Öl- oder Gasheizung, die immer teurer wird. "Der Preis geht den Kunden richtig nahe", berichtet Heizölfahrer Sascha Diehl. Gerade Rentner müssten teilweise ihr letztes Geld zusammenkratzen, um bezahlen zu können.
Auf die Preisentwicklung hätten sie wenig Einfluss, sagt Mineralölhändler Jan Flohn von einem regionalen Energieversorger in Rheinland-Pfalz. Je nachdem, wie sich der Konflikt zwischen den USA und Iran entwickelt, könne der Ölpreis innerhalb eines Tages stark fallen oder extrem steigen.
Flohn hält daher eine steuerliche Entlastung für Heizölkunden für sinnvoll. Viele seiner Kunden wüssten nicht, wie sie ihre Rechnung bezahlen sollen. Ratenzahlungen würden inzwischen deutlich häufiger genutzt.