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Wahl in Brasilien: Kommen die Bolsonaros zurück?
Bei der Wahl in Brasilien geht es heute darum, ob die Bolsonaros zurück an die Macht kommen. Flávio Bolsonaro tritt an - er wurde von seinem inhaftierten Vater als Erbe auserkoren.
Er tanzte, lachte und ließ sich bei den Wahlkampfveranstaltungen auf Schultern tragen: Flávio Bolsonaro könnte der nächste Präsident Brasiliens werden. Der älteste Sohn des inhaftierten Jair Bolsonaro wurde von seinem Vater ausgewählt, dessen politisches Erbe anzutreten.
Brasiliens Ex-Präsident war für schuldig befunden worden, einen Putschversuch geplant zu haben, nachdem er die Wahl vor vier Jahren verloren hatte. Da er deshalb nicht kandidieren kann, soll nun also sein Sohn Flávio übernehmen.
"Ich mag ruhiger sein, mehr lächeln, gelassener und moderater wirken. Aber hier - hier fließt Bolsonaro-Blut", erklärte er kürzlich, um die Kontinuität seiner Politik zu der seines Vaters zu betonen. Der 45-jährige Berufspolitiker war bislang ein eher unauffälliger Senator im brasilianischen Parlament. Moderater im Ton, steht er allerdings für dieselbe Politik. Der Junior verspricht eine harte Hand gegen Kriminelle, weniger Sozialstaat und konservative Werte: Gott, Vaterland, Familie.
In Brasilien sollen Genehmigungen für Bergbau- und Infrastrukturprojekte künftig einfacher erteilt werden.
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Es sind Werte, die auch für Liz de Souza große Bedeutung haben. Die 42-Jährige lebt mit ihrem Mann José und sechs Kindern in einem Vorort von Brasília. Über ihrem rosa Kleid trägt sie eine Schürze, es duftet nach frisch gebackenem Kuchen. Am Tisch spricht der Vater das Gebet.
Unter Lula und seiner Arbeiterpartei hätten sich die Werte des Landes in die falsche Richtung verschoben, findet de Souza. Abtreibung lehnt sie ab, auch mit Feminismus kann sie wenig anfangen. Der schade Frauen, "weil er die Frau in etwas verwandeln will, was sie nicht ist", meint sie. "Ich glaube, dass die Frau näher bei den Kindern und am Haus sein sollte, weil wir von Natur aus so sind, dass wir uns kümmern wollen."
Liz de Souza schätzt die konservativen Werte, für die Bolsonaro steht - inklusive traditioneller Rollenbilder innerhalb der Familie.
Bei Flávio Bolsonaro findet de Souza indes vieles wieder, was ihr wichtig ist: christliche Werte, ein traditionelles Familienbild, weniger Steuern und wirtschaftliche Freiheit. Auch beim Unterricht ihrer Kinder wünscht sie sich mehr Entscheidungsfreiheit. Homeschooling ist in Brasilien bislang nicht gesetzlich geregelt.
Frauen machen 53 Prozent der Gesellschaft aus, sie könnten die Wahl entscheiden. Bislang wählten Frauen eher links. Doch das ändert sich gerade. Lange hätten Konservative wie sie geschwiegen, aus Angst, von der progressiven Linken verurteilt zu werden, sagt Liz de Souza. Jetzt spüre sie Aufwind.