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Deutsche Telekom: So will man Milliarden durch KI einsparen und verdienen
von Carsten Knobloch
5. Okt. 2026 |
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Die Deutsche Telekom hat auf einem Investorentag in Bonn dargelegt, wie sie das Thema künstliche Intelligenz künftig monetarisieren und in die eigenen Prozesse einbinden will. Neben neuen Einnahmequellen stehen vor allem drastische Kostensenkungen auf dem Plan. Bis 2030 plant der Konzern Einsparungen von rund 2,5 Milliarden Euro bei den indirekten Kosten im Vergleich zu 2023.
Für Geschäftskunden außerhalb der USA visiert die Telekom bis 2030 einen KI-bezogenen Umsatz von rund 800 Millionen Euro an, für 2026 rechnet man mit 250 Millionen Euro. Punkten will man vor allem mit dem Thema Datensouveränität in europäischen Rechenzentren, unter anderem über die Industrial AI Cloud in München sowie Automatisierungsplattformen für den Mittelstand.
Für Privatkunden soll der sogenannte Magenta AI Assistant direkt in Telefongespräche integriert werden. Geplant sind Live-Übersetzungen während des Telefonats, Zusammenfassungen und Assistentenfunktionen, ohne dass man dafür zwingend eine separate App oder neue Hardware benötigt. Ob und wie sich die Bonner solche Zusatzdienste künftig über Tarife oder Zubuchoptionen bezahlen lassen, bleibt abzuwarten.
Ein Ding für die Einsparungen liegt im Kundenservice und der internen Verwaltung. Der Chatbot Frag Magenta hat laut Unternehmensangaben im ersten Halbjahr 2026 bereits 2,6 Millionen Anrufe übernommen. In den USA wickeln KI-Agenten mittlerweile 40 Prozent der Kundenkontakte ab, die Zahl der regulären Anrufe sank dort um 55 Prozent.
Intern setzt der Konzern auf Tools wie ChatGPT Enterprise, Microsoft Copilot und eine eigene Plattform namens AskT. Über 100.000 Mitarbeiter wurden nach eigenen Angaben bereits geschult. Bei der Bereitstellung neuer Anschlüsse sollen Algorithmen Fehler vorab erkennen, was Kundenbeschwerden um knapp ein Drittel reduziert haben soll.
Im Mobilfunknetz überwacht ein System namens RAN Guardian Agent die Auslastung, etwa bei Großveranstaltungen, um Gegenmaßnahmen innerhalb von Minuten statt mehrerer Stunden einzuleiten.
Finanziell sollen die Effizienzgewinne auch der Infrastruktur zugutekommen: Ein Teil der Einsparungen, die Telekom beziffert das auf 100 bis 150 Millionen Euro im Zeitraum bis 2027, soll direkt in eine höhere Taktung beim deutschen Glasfaserausbau fließen. Unterm Strich zeigt die Ankündigung vor allem eines: KI wird bei Netzbetreibern längst nicht mehr nur als Marketing-Label genutzt, sondern knallhart zur Prozessoptimierung und Personalentlastung (Entlassung?) im Support herangezogen. Ob das die Servicequalität am Ende wirklich spürbar verbessert oder man künftig nur noch schwerer an echte Mitarbeiter an der Hotline herankommt, wird sich in der Praxis zeigen müssen.
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