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MusicBrainz Picard 3.0: Großes Update bringt Qt6, neues Plugin-System und native Apple-Silicon-Unterstützung
von Carsten Knobloch
5. Okt. 2026 |
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Wer seine digitale Musiksammlung pflegt, kommt an MusicBrainz Picard kaum vorbei. Habe ich schon x mal in den letzten (und das waren einige) Jahren empfohlen. Der quelloffene Tag-Editor greift auf die riesige MusicBrainz-Datenbank zurück, um Alben und Tracks mit passenden Metadaten zu versehen. Nach rund drei Jahren Entwicklungszeit steht nun mit Picard 3.0 ein echtes Major-Update bereit, das unter der Haube kaum einen Stein auf dem anderen lässt.
Die wohl größte technische Änderung betrifft den Wechsel des Frameworks von Qt5 auf Qt6. Das sorgt nicht nur für eine neuere Basis auf aktuellen Systemen, sondern behebt unter Windows endlich Skalierungsprobleme bei Schriften auf hochauflösenden Displays. Zudem gibt es nun einen echten Dark Mode auf allen Plattformen, der sich ohne Neustart der App umschalten lässt. Mac-Nutzer mit Apple-Chips dürfen sich außerdem über native ARM64-Builds freuen, sodass der Umweg über Rosettas Emulationsschicht entfällt. Durch den technischen Sprung steigen allerdings die Systemanforderungen: Mindestens Windows 10, macOS 13 oder Linux mit Python 3.10 und Qt 6.6 werden vorausgesetzt.
Picard 3.0 bringt ein komplett überarbeitetes Plugin-System mit. Bisher wurden alle installierten Erweiterungen beim Start geladen, selbst wenn sie deaktiviert waren, was laut den Entwicklern mitunter zu Problemen führte. Das neue System setzt auf ein festes Manifest-Format, Git-basierte Updates, verschiedene Vertrauensstufen und eine eigene Übersetzungsfunktion. Zur Verwaltung steht mit picard-cli sogar ein neues Kommandozeilen-Tool bereit. Wermutstropfen: Alte Plugins für Version 2 sind nicht kompatibel. Rund 30 Erweiterungen wurden zum Start aber bereits auf das neue System umgestellt.
Auch an der Benutzeroberfläche haben die Entwickler gefeilt, hier mal aus dem Changelog gegriffen:
- Eigene Tabellenspalten: Neben den Standardfeldern lassen sich nun komplett eigene Spalten anlegen und per Skript mit gewünschten Metadaten füllen.
- Filterfunktion: Listenansichten lassen sich gezielt nach Suchbegriffen und Feldern durchsuchen.
- Metadaten-Handling: Mehrere Tags lassen sich auf einen Schlag kopieren, einfügen oder in Tabellenkalkulationen exportieren. Änderungen zwischen alten und neuen Tags werden optisch hervorgehoben.
- Einrichtungsassistent: Neueinsteiger werden beim ersten Start von einem Assistenten und Tutorials an die Hand genommen (lässt sich in den Einstellungen deaktivieren).
Bei der Verwaltung von Coverbildern könnt ihr nun automatische Filter und Bildbearbeitungen hinterlegen, etwa um Grafiken unterhalb einer bestimmten Mindestgröße zu ignorieren, die Auflösung anzupassen oder das Format zu konvertieren.
Ebenfalls praktisch: Über das Dateimenü lässt sich der aktuelle Arbeitsstand als Session speichern und später wiederherstellen. Einstellungs-Profile könnt ihr nun exportieren und importieren, um sie als Backup zu sichern oder mit anderen zu teilen (Zugangsdaten werden beim Export automatisch ausgespart).
Abgerundet wird das Release durch einen komplett überarbeiteten Matching-Algorithmus für eine präzisere Zuordnung von Titeln, Unterstützung für synchronisierte Songtexte (LRC-Format), das Auslesen und Übermitteln von ISRCs sowie eine verbesserte Integration des internen Audioplayers in die Mediensteuerung von macOS und Linux.
Picard 3.0 steht ab sofort kostenlos über die offizielle Projektseite zum Download bereit. Die Version für den Microsoft Store sowie das Linux-Flatpak-Paket sollen in Kürze folgen. Fettes, fettes Update, auch wenn die Optik halt immer noch altbacken wirkt - so sah das 2012 übrigens aus.