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Lieferkette absichern: Seagate und Toshiba streiten sich um TDKs Magnetköpfe
Laut einem Bericht von Bloomberg streiten sich die HDD-Hersteller Toshiba und Seagate um das Geschäft mit Magnetköpfen von TDK. Beide wollen es angeblich übernehmen, um sich für die hohe Nachfrage durch den KI-Boom besser aufzustellen.
Unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet Bloomberg, dass Toshiba bereits im Frühjahr Verhandlungen mit TDK über eine Übernahme der Magnetkopfsparte begonnen habe. Im Sommer sei Seagate in die Gespräche eingestiegen und habe das Angebot von Toshiba überboten.
Eine offizielle Bestätigung gibt es für beides aber nicht. Auf Anfrage von Bloomberg haben sich sowohl Seagate als auch TDK nicht zu dem Bericht geäußert. Ein Sprecher von Toshiba habe ihn wiederum halbherzig dementiert, ohne jedoch konkret zu werden. Einem angeblichen Treffen zwischen den drei Unternehmen, bei dem unter anderem auch die Möglichkeit eines Joint-Ventures erörtert worden sei, teilte der Sprecher von Toshiba wiederum eine klare Absage.
Ziel von Toshiba und Seagate sei es, sich durch eine etwaige Übernahme einen wichtigen Teil der Lieferkette zu sichern. Die unter SAE Magnetics (HK) Ltd. firmierende Magnetkopfsparte von TDK ist der einzige unabhängige Hersteller von Magnetköpfen für Festplatten. Toshiba ist ohne eigene Fertigung komplett von TDK abhängig, während Seagate und Western Digital Magnetköpfe auch selbst produzieren. In Zeiten einer extrem hohen Nachfrage, primär getrieben durch das globale Wettrüsten bei KI-Rechenzentren, sollen Seagate und Western Digital aber auch auf das Angebot von TDK zurückgreifen.
Für Toshiba wäre eine Übernahme auch vor dem Hintergrund relevant, da das Unternehmen die Technik von TDK respektive SAE Magnetics benötigt, um in Zukunft HAMR-Festplatten in Serie zu produzieren. Die HAMR-Technik hat bisher nur Seagate als Serienprodukt umgesetzt, steht aber auch bei Toshiba und Western Digital seit Jahren in den Roadmaps.
Sollte Seagate den Zuschlag erhalten, wäre die Situation für Toshiba besonders prekär, schließlich könnte der größere Konkurrent den Zugang zu Magnetköpfen erschweren und Preise anheben, heißt es weiter in dem Bericht. Eine derartige Übernahme könnte aber auch kartellrechtliche Auflagen nach sich ziehen, das übernehmende Unternehmen so beispielsweise verpflichtet werden, den freien Markt wie bisher zu bedienen.
Die weltweite Speicherknappheit (RAMageddon) führt auch bei Festplatten zu Engpässen und steigenden Preisen. Die drei Hersteller Seagate, Toshiba und Western Digital verdienen daran gut und wollen in den weiteren Ausbau investieren. Erst jüngst hat Toshiba angekündigt, die Produktionsstätten auf den Philippinen deutlich aufzustocken. Western Digital will wiederum in Japan massiv investieren.