// HEISE ONLINE — INTELLIGENZA ARTIFICIALE
KI-Update kompakt: Datennutzung der Chatbots, Kolibri, JEPA-Anything, arXiv
Das „KI-Update“ liefert drei mal pro Woche eine Zusammenfassung der wichtigsten KI-Entwicklungen.
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Podcast (Podigee GmbH) geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden.
Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (Podigee GmbH) übermittelt werden.
Mehr dazu in unserer
Datenschutzerklärung.
Alle neun in einer Studie getesteten KI-Chatbots geben Daten ihrer Nutzer an fremde Firmen weiter. Das IMDEA Networks Institute hat alle großen Anbieter untersucht: ChatGPT, Claude, Gemini, Grok, DeepSeek, Perplexity, LeChat, Meta AI und Copilot. Fünf der neun Dienste teilen im Browser feste Links zu ganzen Chatverläufen mit Datentrackern. Ohne Zugangsschutz können diese Firmen die Gespräche lesen. Nur bei 40 Prozent dieser Dienste lässt sich das verhindern, indem Nutzer unnötige Cookies ablehnen. Die Forscher legten digitale Fallen in ihre Chats. Bei mehreren Anbietern schlugen sie an, sobald der Chat geteilt wurde. Bei Grok lösten sie später noch mehrmals aus. Vermutlich haben Fremde den privaten Chat also wiederholt geöffnet.
Ein Drittel der Anbieter schickt Zusammenfassungen der Chats an Werbepartner, etwa Fragen nach frühen Symptomen von Parkinson oder Angaben zum eigenen Gehalt. Teils geht auch der Standort mit. Oft hängen an diesen Daten E-Mail-Adressen und dauerhafte Nutzerkennungen, selbst im Inkognito-Modus des Browsers. Damit sind die Daten nicht mehr anonym. Datenhändler vergeben solche Kennungen und erkennen Nutzer damit auf vielen Plattformen wieder. Lehnen Nutzer unnötige Cookies ab, bleiben trotzdem rund 80 Prozent der Tracker aktiv. Insgesamt fanden die Forscher rund 44 Tracking- und Werbefirmen, die Daten von den KI-Anbietern erhalten.
Das französische KI-Unternehmen Mistral hat „Mistral Large 4“ vorgestellt. Mit 49 Milliarden aktiven Parametern ist es das größte Modell der Firma und nach eigenen Angaben auch das fähigste. Daher stammt der Spitzname „Le Chonk“. Das Modell soll Europa im KI-Sektor unabhängiger machen. In Sicherheitstests schneidet es gut ab. Es beantwortet zuverlässig Fragen zur Analyse von Schadsoftware und wehrt sich besser gegen Versuche, es zu manipulieren.
Beim Programmieren liefert das Modell ordentliche Ergebnisse, bleibt aber hinter den führenden US-Modellen zurück. Mistral will die Modellgewichte Ende Oktober freigeben. Zuvor prüfen Sicherheitsforscher, Partner und Behörden das System. So will Mistral Schlagzeilen über „KI-Ausbrüche“ vermeiden.
Das deutsche Aleph Alpha hat außerdem das Sprachmodell Kolibri veröffentlicht. Es richtet sich an Firmen und Behörden, die KI auf eigenen Servern betreiben wollen. Kolibri hat 78,1 Milliarden Parameter. Für jedes Token rechnet in der Mixture-of-Experts-Architektur aber nur ein kleiner Teil davon mit, rund 3,46 Milliarden und soll so die Leistung größerer Modelle mit weniger Rechenaufwand erreichen. Kolibri versteht Deutsch und Englisch, ist aber auf deutsche Texte und das Schlussfolgern auf Deutsch zugeschnitten. Es soll lange Dokumente verarbeiten, programmieren und eigenständig mehrstufige Aufgaben erledigen.
Aleph Alpha bewirbt Kolibri als „souverän“. Die Firma kontrolliert die gesamte Entwicklung, und Kunden behalten ihre Daten im eigenen Haus. Entwickelt wurde das Modell in Deutschland, trainiert auf Rechnern in Deutschland und Finnland. Alle Trainingsdaten glich das Start-up mit einer Sperrliste von mehr als 4,5 Millionen Webseiten ab, die unter anderem auf der Piraterie-Liste der EU-Kommission beruht. Für künstlich erzeugte Trainingsdaten nutzte Aleph Alpha allerdings auch fremde Modelle. Die Gewichte liegen unter der freien Apache-2.0-Lizenz auf Hugging Face. Im September 2026 vereinbarte die Firma einen Zusammenschluss mit Cohere, einem kanadischen KI-Unternehmen.
Google hat „Nano Banana 2.1“ freigeschaltet, eine überarbeitete Fassung seines Bildmodells. Es basiert auf Gemini Flash und erzeugt bessere, realistischere Bilder. Es folgt Textvorg