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Probefahrt mit dem Lynk & Co 02: Der Preis bleibt Argument Nummer 1
Der Lynk & Co 02 ist ein preiswertes E-SUV mit guter Serienausstattung. Doch ohne flächendeckendes Händlernetz wird der Vertrieb zur Herausforderung.
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Ein großer Traum ist geplatzt: Viele Autohersteller wollten Händler maximal noch als Vermittler sehen, manche nicht einmal mehr als das. Im Idealfall sollte der Vertrieb allein über das Netz Gewinne an die Hersteller binden, statt den Erlös teilen zu müssen. Zumindest aktuell und auf den deutschen Markt scheint das Experiment vorerst beendet zu sein: Ohne eine Händlerstruktur wird es schon für die Großen in der Branche nicht einfach, wenig bekannte Marken wie Lynk & Co haben ohne Ansprechpartner in der Fläche kaum eine Chance, einen nennenswerten Absatz zu generieren. Dabei lohnt sich ein Blick auf solche Anbieter für kostenbewusste und risikobereite Interessenten durchaus, wie eine Proberunde mit dem Lynk & Co 02 zeigt.
Anfang Juli 2026 hat Lynk & Co in Deutschland 20 Händler unter Vertrag, die in der Regel noch weitere Marken verkaufen. Bei den aktuellen Absatzzahlen ist das anders schlicht nicht möglich, denn irgendwer muss Rechnungen begleichen können. Die Verteilung ist noch recht ungleichmäßig. Am dichtesten ist sie in Nordrhein-Westfalen, in den östlichen fünf Bundesländern gibt es nur zwei. In der Hauptstadt gibt es keinen Händler. Interessenten können also je nach Wohnort einen Lynk & Co in der Nähe oder eine Anfahrt von mehr als 150 km vor sich haben. Sollte der Vertragspartner in ein paar Jahren aufgeben, kann das unter Umständen ziemlich unangenehm werden. Es gehört also eine gewisse Lust am Risiko zu einem solchen Kauf.
Dessen ist sich natürlich auch Lynk & Co bewusst und zieht die üblichen Magnete aus der Tasche. Der 02, der sich die technische Basis mit Volvo und Smart teilt, ist schon in der Basisausführung für knapp 36.000 Euro ordentlich ausgestattet. Dinge wie ein großes Glasdach, ein komplett ausgestattetes Infotainmentsystem und allerlei Assistenten sind inklusive. Seltsam erscheint die Entscheidung, diese Ausführung nur in drei Farben anzubieten und ihm die Wärmepumpe vorzuenthalten. Für die Version „More“, die 4000 Euro Aufpreis kostet, steht dann eine vierte Farbe zur Wahl: rot. Die dann gereichte Ausstattung umfangreich zu nennen, wäre schamlos untertrieben: Elektrisch verstellbare Kunstledersitze, Soundsystem von Harman/Kardon und eine 360-Grad-Kamera-Perspektive gehören dann dazu. Wer das näher einordnen mag, kann sich zum Vergleich einen ähnlichen Umfang in einen Peugeot e-3008 konfigurieren. Der Unterschied beim Listenpreis ist fünfstellig.
Außen mag das Heck noch eine gewisse Eigenständigkeit ausstrahlen, vorn und auch im Innenraum wirkt der 02 wie so viele chinesische Anbieter austauschbar. Fast die komplette Bedienung wird auf den Bildschirm verlagert, was vom Nutzer die Bereitschaft erfordert, sich damit eingehend zu beschäftigen. Nicht alles in der Menüstruktur erschließt sich sofort, und manch ein Zeichen im Kombiinstrument dürfte gern etwas größer sein. Die Verarbeitung scheint okay zu sein, bei der Materialauswahl spart der Hersteller an einigen Stellen spürbar. Hartplastik trifft immer wieder auf bespannte Oberflächen. Die breite Mittelkonsole mit zwei Ladeschalen für Smartphones und einem filigranen Luftausströmer aus Metall haben uns jedoch gefallen.
Die Sitze vorn sind ausreichend bequem, hinten gibt es das Raumangebot, was der Kunde von einem 4,46 m langen E-SUV mit 2,76 m Radstand erwarten kann. Nicht allzu üppig sind die beiden Kofferräume. Der vordere fasst gerade einmal 15 Liter, der hintere 410 – beides ist für die Fahrzeuggröße eher knapp geschnitten. Die maximale Anhängelast liegt bei 1600 kg.
Die Fahrwerksabstimmung des 02 ist komfortabel ausgelegt und vermeidet jegliche sportliche Ambitionen. Die Lenkung arbeitet sehr leichtgängig und liefert nicht viel Rückmeldung. Der tiefe Sc