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Mastercard führt ab 2027 Offline-Zahlungen in Europa ein
Ab Anfang nächsten Jahres sollen Kunden auch bei Strom- oder Netzwerkausfällen mit der Mastercard bezahlen können.
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Mastercard hat am 8. Oktober neue Anforderungen für Offline-Zahlungen angekündigt. Als im April 2025 ein Stromausfall Spanien und Portugal traf, konnten laut Mastercard rund 55 Millionen Menschen plötzlich nicht mehr digital bezahlen. Die Standards sollen innerhalb des gesamten europäischen Zahlungsnetzwerks sicherstellen, dass der Zahlungsverkehr auch dann möglich ist, wenn das Netz oder der Strom ausfällt – sofern das Terminal selbst etwa per Notstrom weiterläuft. Visa ermöglicht nach eigenen Angaben ebenfalls Offline-Transaktionen bei Störungen.
Die Mastercard-Offline-Funktion soll zunächst ab Februar 2027 für alle neu ausgegebenen Kredit- und Debitkarten in Europa freigeschaltet werden. Bis Mai 2027 müssen laut Mastercard außerdem alle neu installierten Zahlungsterminals und Austauschgeräte Offline-Zahlungen unterstützen. Sobald diese Anforderungen europaweit umgesetzt sind, können Verbraucherinnen und Verbraucher auch bei einem Ausfall mit Chip und PIN Dinge des alltäglichen Lebens in Supermärkten, an Tankstellen und in Apotheken sowie an Fahrkartenautomaten bezahlen, erklärt der Zahlungsdienstleister.
Laut Mastercard funktionieren die Offline-Zahlungen, indem Ausgabenlimits sicher auf dem Chip der Karte gespeichert werden. Sollte ein Terminal die Verbindung verlieren, kann die Transaktion somit auch lokal autorisiert werden. Dabei darf eine Transaktion jedoch nicht den Betrag von 200 Euro überschreiten. Innerhalb dieser Grenze legt die Bank des Karteninhabers das konkrete Limit fest. Die offline getätigte Transaktion wird zur Verrechnung übermittelt, sobald die Verbindung wiederhergestellt ist, heißt es weiter.
Mastercard hat die Offline-Bezahlfunktion bereits in Dänemark, Schweden, Estland und Lettland eingeführt. Ab 2027 soll sie schrittweise in weiteren europäischen Ländern folgen, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. „Als in Lettland vor Kurzem ein Sturm wütete, liefen Kartenzahlungen in Geschäften, die über Notstromaggregate versorgt wurden. In Dänemark trennte in diesem Frühjahr ein technischer Ausfall die Terminals vom Zahlungssystem. Dank der Notfallverfahren von Mastercard konnten dennoch viele Transaktionen bei Händlern fortgesetzt werden“, führt das Unternehmen aus.
Mastercard ist nicht der einzige der großen Zahlungsdienstleister, der eine Offline-Funktion bietet. Auf Nachfrage von heise online teilte Visa mit, dass der Zahlungsdienstleister diese Funktion ebenso anbiete.
„Unser Fokus liegt darauf, die Widerstandsfähigkeit des Zahlungsverkehrs in Europa zu stärken und sicherzustellen, dass Verbraucher und Unternehmen wichtige Zahlungen vornehmen können, wenn sie diese benötigen. Seit mehreren Jahren arbeiten wir mit Zentralbanken, Regierungen und unseren Kunden zusammen, um die Funktionsfähigkeit auch in Ausnahmesituationen zu erhalten. Dazu gehört auch die Möglichkeit, bei außergewöhnlichen Störungen kontrollierte Offline-Transaktionen zu ermöglichen“, so die uns vorliegende Stellungnahme von Visa.
Laut dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), der derzeit die Federführung der Deutschen Kreditwirtschaft innehat, sind Offline-Zahlungen auch mit Girocards möglich, jedoch mit Einschränkung.
Wie der BVR uns mitteilt, unterstützen Girocards zwar Offline-Zahlungen, „bei denen die Autorisierung einer Zahlung ohne unmittelbare Online-Verbindung zum kartenausgebenden Institut erfolgen kann“. Diese Funktion ist allerdings im Unterschied zur geplanten europaweiten Verfügbarkeit der Mastercard-Funktion nur im Girocard-Netzwerk nutzbar – und damit vor allem in Deutschland.