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Spritpreis-Entlastung: Was bringt der "Tankrabatt" den Autofahrern?
Seit einer Woche gibt es den neuen "Tankrabatt". Experten zufolge kommt die Entlastung zwar nicht vollständig bei Autofahrern an - aber größtenteils. Und doch hält sich die Begeisterung an den Zapfsäulen in Grenzen.
Zapfhahn rein und Volltanken - mit dem sogenannten Tankrabatt fällt das nun wieder etwas leichter. Vergangenen Donnerstag trat er in Kraft, doch selbst heute noch bilden sich zeitweise Schlangen an der freien Tankstelle Schopp in Tübingen-Unterjesingen.
Und hier sind die Preise sogar noch etwas besser als bei den meisten großen Ketten. Am Vormittag liegt ein Liter E10 bei 2,05 Euro. Euphorie aber spürt man wenig im Gespräch mit den Kunden. "Ob ich jetzt für 2,10 Euro oder 2,20 Euro oder 2,30 Euro tanke, spielt für mich am Ende fast keine Rolle mehr", sagt Daniel Krummacher. "Das ist so oder so teuer."
Von einem "Tropfen auf den heißen Stein" sprechen andere, wünschen sich deutlich niedrigere Preise und ziehen Vergleiche mit anderen europäischen Ländern. Ähnlich sieht es Sonja, die ihren Nachnamen nicht nennen will. Dennoch überwiegt bei ihr die Freude über die gesunkenen Preise. "Ich würde mich freuen, wenn der Rabatt länger als bis Ende Dezember bliebe", sagt sie. "Ich pendle sehr oft von Tübingen nach Nagold, das ist hin und zurück eine Strecke von 60 Kilometern."
Auch wenn an dieser Tankstelle die Skepsis überwiegt, fest steht: der Sprit ist tatsächlich deutlich billiger geworden. Das Online-Portal tankerkoenig.de listet den Preisverlauf der bundesweiten Durchschnittspreise auf. Mit Einführung des "Tankrabatts" am 1. Oktober ging dort die Kurve stark nach unten. Und seitdem liegen die Preise zwischen 10 und 16 Cent unter dem Niveau vom 30. September.
Die Energie-Steuer war um 14 Cent pro Liter gesenkt worden, dazu kommen 3 Cent Minus bei der Mehrwertsteuer. Diese Ermäßigung sei also nicht vollständig, aber größtenteils an den Tankstellen angekommen, heißt es beim ifo-Institut für Wirtschaftsforschung, das den Benzinmarkt im internationalen Vergleich beobachtet. Höhere Erwartungen seien unrealistisch.
"Wenn die Preise sinken, weil Sie die Steuern senken, dann kurbeln Sie auch die Nachfrage nach einem Produkt an", sagt Florian Neumeier, der die ifo-Studie erstellt hat. Eine höhere Nachfrage aber löse immer einen Preisschub nach oben aus. Jede Steuersenkung müsse deshalb zum Teil verpuffen.
Der "Tankrabatt" sollte Verbraucher entlasten. Doch kurz nach dem Start sind die Preise höher als vorher.
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Auch Friederike Bauer-Siess füllt heute in Unterjesingen ihren Tank auf. Seit dem großen Preissprung Anfang des Jahres habe sie ihr Fahrverhalten verändert, sagt sie. Sie fahre schlicht langsamer. "Ich muss oft nach Köln und dann fahre ich auf der Autobahn nur noch 100, das macht sich deutlich bemerkbar, was den Verbrauch angeht." Das werde sie auch mit dem "Tankrabatt" so beibehalten.
Andreas Dellinger an der Zapfsäule nebenan geht jetzt häufiger zu Fuß: "Ich liefere morgens Zeitungen aus, diese Strecke laufe ich jetzt halt." Unterm Strich aber habe der "Tankrabatt" bewirkt, dass wieder mehr getankt werde, sagt der Betreiber der Tankstelle, Ralf Lohse. "Die Leute tanken jetzt bestimmt 50, 60 Prozent mehr als vorher. Also man hat es wirklich gemerkt." An manchen Tagen habe er sogar doppelt so viel verkauft wie Ende September.