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EU fordert Auskunft von OpenAI und Anthropic nach KI-Angriffen
Nach Cyberangriffen durch KI-Systeme hat die EU-Kommission Auskünfte von OpenAI und Anthropic verlangt. Auch chinesische Firmen sind betroffen.
Nach mehreren Cyberangriffen durch außer Kontrolle geratene KI-Systeme hat die Europäische Kommission Auskünfte von ChatGPT-Entwickler OpenAI und Claude-Entwickler Anthropic verlangt. Das sagte die EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview des Nachrichtenagentur-Netzwerks European Newsroom. Auch mehrere chinesische Firmen wurden demnach verbindlich aufgefordert, weitere Informationen zu teilen.
Zuvor hatte die EU-Kommission zwar bestätigt, Auskunftsersuchen an mehr als 30 KI-Firmen gesendet zu haben, aber keine konkreten Unternehmen genannt. Neben Bedenken wegen möglicher Urheberrechtsverletzungen geht es dabei auch um Sicherheitsrisiken. Die EU-Kommission hatte bereits im September erklärt, die KI-Anbieter müssten Ordnung in ihre Angelegenheiten bringen. Eigenständige Cyberattacken durch KI-Modelle hatten die Sorgen um Gefahren Künstlicher Intelligenz zuletzt hochkochen lassen.
Sowohl OpenAI als auch Anthropic hatten einräumen müssen, dass ihre Software in Testläufen ungeplant andere Unternehmen angegriffen hatte. Einige Branchenvertreter selbst warnten, man könne nicht ganz ausschließen, dass KI in der Zukunft die Menschheit auslösche. Anthropic-Chef Dario Amodei und OpenAI-Chef Sam Altman sprachen sich auch für ein verlangsamtes Entwicklungstempo bei KI-Modellen aus.
EU-Digitalchefin Virkkunen sagte nun, solche Aussagen könnten Teil des Marketings sein. „Aber wenn ein Unternehmen sagt, dass sein System sehr gefährlich ist, sollte es dieses meiner Meinung nach natürlich nicht auf den Markt bringen.“
Der weltweite Wettbewerb sei hart, und einige Unternehmen stünden unter Druck. Es bestehe eindeutig die Gefahr, dass diese Unternehmen Produkte auf den Markt brächten, die sie nicht ausreichend getestet hätten, sagte die finnische Politikerin. „Derzeit konzentrieren sich die Risiken hauptsächlich auf den Bereich der Cybersicherheit“, sagte Virkkunen. Sie warnte jedoch vor schwerwiegenderen Risiken in der Zukunft, etwa die Möglichkeit, dass hochleistungsfähige KI-Modelle zur Entwicklung biologischer Waffen eingesetzt werden oder in die Hände von Terroristen gelangen könnten.
Das KI-Amt der EU-Kommission in Brüssel prüft seit August, ob große Modelle ausreichend kontrolliert werden und keine Cyberangriffe auf eigene Faust ausführen. Die Tech-Konzerne müssen entsprechende Sicherheitsvorkehrungen treffen und etwaige Zwischenfälle sofort der EU melden. OpenAI hatte etwa einen Sicherheitsvorfall rund um das Software-Register RubyGems nicht gemeldet und geriet dadurch unter Druck.
Bei Verstößen gegen das EU-KI-Gesetz drohen Strafen. Wenn etwa Sicherheitsvorkehrungen mangelhaft sind, können bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes fällig werden - abhängig davon, welcher Betrag höher ist.
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