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Studie: Unternehmen überschätzen die Sicherheit ihrer Collaboration-Plattformen**
Viele Unternehmen bewerten ihre Werkzeuge für die digitale Zusammenarbeit als sicher, obwohl Beschäftigte sensible Informationen häufig über ungeeignete Kommunikationskanäle austauschen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Anbieters Wire unter Verantwortlichen aus den Bereichen Informationstechnik, Informationssicherheit und Regelkonformität.
Nach Angaben von Wire halten 84 Prozent der Befragten ihre Collaboration-Umgebung für sicher. Gleichzeitig geben 48 Prozent an, vertrauliche Informationen zumindest gelegentlich über Kanäle auszutauschen, die nicht für eine sichere Kommunikation ausgelegt sind. Insgesamt erklären 88 Prozent, dass sensible Daten zumindest zeitweise über solche Kanäle fließen. Dazu zählen nach Einschätzung der Befragten insbesondere Finanzdaten, personenbezogene Daten, Rechts- und Vertragsdokumente, Strategieunterlagen sowie die operative Unternehmenskommunikation.
Die Studie beschreibt Collaboration als Zusammenspiel verschiedener Anwendungen wie E-Mail, Kurznachrichten, Videokonferenzen, Cloud-Speicher und Dateifreigaben. Microsoft Teams nutzen 80 Prozent der befragten Unternehmen, E-Mail bleibt mit 63 Prozent ein zentrales Kommunikationsmittel. Zudem setzen 42 Prozent Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Signal für die Zusammenarbeit ein, obwohl diese nicht speziell für den Austausch sensibler Unternehmensdaten entwickelt wurden. Als Gründe nennen die Befragten vor allem Zeitdruck und die einfache Bedienung dieser Anwendungen.
Auch bei der Verwaltung von Zugriffsrechten zeigt die Untersuchung Defizite. 34 Prozent der Befragten fällt es schwer nachzuvollziehen, wer auf vertrauliche Dateien zugreifen kann. Zudem berichten 61 Prozent, dass Zugriffsrechte nach Projektende zumindest gelegentlich länger bestehen bleiben als vorgesehen.
Bei der Zusammenarbeit mit externen Partnern nehmen die Risiken nach Einschätzung von Wire weiter zu. 81 Prozent der Unternehmen beziehen Kunden, Lieferanten, Agenturen oder andere externe Beteiligte in mindestens einem Viertel ihrer sensiblen Zusammenarbeit ein. Dennoch tauschen 75 Prozent vertrauliche Informationen per E-Mail aus, 45 Prozent nutzen Dateifreigabelinks und 42 Prozent Messenger-Dienste. Spezielle Lösungen für eine sichere externe Zusammenarbeit verwenden dagegen nur 28 Prozent der Befragten. Ein Drittel gibt zudem an, nach der Weitergabe von Dateien nicht sicher zu wissen, ob die Kontrolle über diese Informationen erhalten bleibt.
Als Ursachen für die Nutzung alternativer Kommunikationswege nennen die Befragten vor allem schnellere Arbeitsabläufe in dringenden Fällen, abweichende Werkzeuge externer Partner sowie als zu komplex empfundene offizielle Anwendungen.
Die Studie zeigt außerdem Unterschiede zwischen den befragten Ländern. In Deutschland halten 51 Prozent den Speicher- und Verarbeitungsort ihrer Daten für sehr wichtig. In Frankreich liegt dieser Wert bei 33 Prozent, im Vereinigten Königreich bei 34 Prozent. Über alle drei Länder hinweg bewerten 75 Prozent die Kontrolle über den Speicherort ihrer Daten als wichtig oder sehr wichtig. Gleichzeitig weiß mehr als ein Viertel der Befragten nach eigenen Angaben nicht genau, wo die Collaboration-Daten des Unternehmens gespeichert werden.
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