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KI-Hautscanner entdeckt verborgenen Krebs, bevor er sichtbar wird
Basalzellkarzinome können bereits vorhanden sein, obwohl die Haut noch völlig unauffällig aussieht. Ein neuer Scan mit künstlicher Intelligenz hat bei 150 besonders gefährdeten Patienten solche Veränderungen aufgespürt. 15 verdächtige Stellen wurden durch Gewebeproben als Krebs bestätigt, zwei weitere blieben ohne Biopsie. Vor einem breiten Einsatz sind noch wichtige Fragen zu klären.
Erlangen (Deutschland). Basalzellkarzinome sind die häufigste Form von Hautkrebs. Sie bilden nur selten Metastasen, können aber benachbartes Gewebe zerstören und im Gesicht beispielsweise Nase oder Augen beeinträchtigen. Eine frühe Diagnose kann deshalb schonendere Behandlungen ermöglichen.
Bei der üblichen Hautuntersuchung geben verdächtige, von außen erkennbare Veränderungen den Anlass für eine genauere Abklärung. Kleine Tumoren in äußerlich normal wirkender Haut können dabei unentdeckt bleiben. Die Frage ist, ob sich solche Herde mit einem bildgebenden Verfahren früher finden lassen.
Forscher des Uniklinikums Erlangen um Dr. Moritz Ronicke haben dafür eine Methode zur systematischen Kontrolle äußerlich unauffälliger Gesichtshaut erprobt. Im Mittelpunkt stand eine Kombination aus mikroskopisch genauer Bildgebung und künstlicher Intelligenz (KI), die verdächtige Strukturen während der Untersuchung hervorhebt.
Das Team nutzte die sogenannte Line-Field Confocal Optical Coherence Tomography (LC-OCT). Das Verfahren verbindet optische Kohärenztomographie zur Darstellung tieferer Hautstrukturen mit konfokaler Mikroskopie, die Details bis in den Mikrometerbereich sichtbar macht. So entstehen vertikale, horizontale und dreidimensionale Aufnahmen der Haut in Echtzeit.
Die KI wertet diese Bilder fortlaufend aus und kennzeichnet auffällige Bereiche mit farblich dargestellten Wahrscheinlichkeitswerten. Sie ersetzt damit nicht die ärztliche Diagnose, sondern hilft, auf den Bildern mögliche Tumormuster zu erkennen. Die Forscher bezeichnen die systematische Untersuchung als SUBSCAN.
Für ihre prospektive Machbarkeitsstudie untersuchten die Wissenschaftler zwischen April und Oktober 2025 insgesamt 150 stationär behandelte Patienten. Alle hatten mindestens zwei bekannte Risikofaktoren für Basalzellkarzinome. Sichtbar krebsverdächtige Hautstellen wurden vorab ausgeschlossen, anschließend wurde die unauffällig erscheinende Gesichtshaut abgesucht.
„Wird ein Basalzellkarzinom allerdings frühzeitig entdeckt, sind meist schonendere Behandlungsoptionen möglich“, erklärt Dr. Moritz Ronicke.
Bei 14 der 150 Teilnehmer, entsprechend 9,3 Prozent, identifizierte das Team insgesamt 17 zuvor äußerlich nicht erkennbare Basalzellkarzinome. Die KI-gestützte Untersuchung hatte zunächst 18 Stellen als verdächtig eingestuft. Bei 15 bestätigte eine Gewebeuntersuchung den Krebsverdacht, eine weitere erwies sich als aktinische Keratose, eine durch UV-Licht verursachte Hautveränderung.
Zwei Patienten lehnten die Entnahme einer Gewebeprobe ab. Die beiden Befunde wurden nur anhand der Aufnahmen durch Experten bestätigt und gingen deshalb nicht in die Zahl der 15 histologisch gesicherten Fälle ein. Als positiven Vorhersagewert geben die Autoren für alle 18 Verdachtsbefunde 83,3 Prozent an, mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 58,1 bis 96,4 Prozent.