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Weniger Hybridfahrzeug-Exporte: EU und China wenden Eskalation vorerst ab
China akzeptiert EU-Handelsbeschränkungen für Hybridfahrzeuge. Doch wie substanziell ist dieses Zugeständnis wirklich? Und wie geht es in anderen Wirtschaftsbereichen weiter?
Es ist schon spät am Freitagabend in Peking, als der EU-Handelskommissar einen Satz sagt, der ihm besonders wichtig erscheint: "Zum ersten Mal akzeptiert es China nun, seinen Export zu reduzieren, ohne dass es vorher einen offenen großen Konflikt geben hat - das weiß ich zu schätzen", so Maros Sefcovic. Dieses erste Mal, auf dass er sich bezieht, sieht in groben Zügen so aus: China hat zugesagt, in Zukunft deutlich weniger Hybrid-Autos in die Europäische Union zu verkaufen als bislang prognostiziert.
Die Exportzahlen von chinesischen Hybrid-Fahrzeugen nach Europa waren in den vergangenen Monaten kräftig gestiegen, denn sie fallen nicht unter die Zollregelung, die die EU Ende 2024 für reine Elektroautos "Made in China" erlassen hatte. "Wir sprechen über den Zeitraum von vier Jahren - und nach unseren Berechnungen bedeutet das mehrere Millionen weniger chinesische Autos, die in die Europäische Union gelangen", so der EU-Handelskommissar.
Die europäische Autoindustrie ist erstmal zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis. Dass China zu dem Kompromiss bereit ist, habe ganz fundamentale Gründe, sagt Tim Rühling vom EU-Institut für Sicherheitsstudien: "Sie haben die Befürchtung gehabt, dass es wirklich massive Beschränkungen von Exporten nach Europa geben wird, über verschiedenste Sektoren hinweg", so Rühling. "Und sie haben erkannt, dass in Europa sich tatsächlich etwas bewegt hat, tatsächlich vor allem in Berlin."
Die Einigung jetzt sei der Versuch, mit einem kleinen Zugeständnis den ganz großen Gegenschlag Europas abzuwehren. Denn zuletzt hatten Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Schutzinstrumente der EU-Kommission für die europäische Wirtschaft gefordert, die schneller und schärfer wirken sollen.
Die EU will, dass China in Europa weniger Hybridautos verkauft - nun verkünden beide Seiten einen Kompromiss.
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Für die Volksrepublik ist die Europäische Union der drittwichtigste Auslandsmarkt. "Der Export ist für China tatsächlich ein wesentlicher Wachstumstreiber, und Europa macht dabei zwar nur 15 Prozent aus, ist aber ein Stück weit ein Premiummarkt, weil Unternehmen in Europa sehr viel höhere Preise verlangen können für ihre Produkte", sagt Rühling. "Das heißt, ob ein Unternehmen Gewinn macht oder Verluste schreibt, hängt sehr häufig vom europäischen Markt ab."
Auch wenn chinesische Hersteller in Europa mehr fordern können als anderswo: Die Preise seien trotzdem künstlich niedrig, beklagt die EU-Kommission - auch wegen massiver staatlicher Subventionen.
Die Folge: China verkauft drei Mal mehr nach Europa, als es von dort einkauft. Das EU-Handelsdefizit hat Rekordstände erreicht. Ganze Industrien in Europa geraten in Existenznot. "Das Handelsdefizit ist für die EU eine gigantische Herausforderung, die in jedem Mitgliedsland zu spüren ist. Dieses Defizit ist nicht nachhaltig und es verlangt nach einem verlässlichen Weg hin zu einer Balance", sagte EU-Kommissar Sefcovic in Peking. Die Einigung bei den Hybrid-Auto-Exporten sei ein erster Schritt dazu.
EU-Handelskommissar Sefcovic wird bei seinen Gesprächen in Peking versuchen, den Handelsstreit beizulegen.
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