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c't-Podcast: "Die ziehen einen digital aus"
Anneke Buffone erforschte bei Meta, wie viele Menschen die Kontrolle über ihre Nutzungszeit verlieren. Dann wurde sie entlassen – und sagte vor Gericht aus.
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Eine junge Wissenschaftlerin wechselt von der Uni zum Konzern Meta, um zu erforschen, mit welchen Maßnahmen Nutzerinnen und Nutzer davor geschützt werden können, mehr Zeit mit dem sozialen Netzwerk zu verbringen, als für sie gesund ist. Aber ihre Arbeit sei nicht willkommen gewesen, erinnert sich Anneke Buffone im c't-Podcast "They Talk Tech" mit Svea Eckert und Eva Wolfangel. Nach einem Streit über eine ihrer Arbeiten, die Meta nicht veröffentlichen will, sei sie entlassen worden.
"Man kann kaum stolzer darauf sein, entlassen zu werden", sagt Buffone. Die Sozialpsychologin hat rund sieben Jahre als Forscherin bei Meta gearbeitet. Vor Kurzem saß sie in einem Verfahren gegen Meta im Zeugenstand: In mehreren US-Verfahren geht es derzeit um das suchtfördernde Design von Instagram und Facebook und die Frage, wie gezielt Meta insbesondere Kinder und Jugendliche manipuliert hat, damit sie länger auf deren Apps bleiben.
Warum sie aussagt, begründet die in Deutschland aufgewachsene Forscherin mit einem Begriff aus ihrer Kindheit: Zivilcourage. Wer sehe, dass Menschen zu Schaden kommen, müsse für das Richtige einstehen. Leicht sei ihr das nicht gefallen, sagt sie. Mit dem Schritt habe sie sich ein gutes Einkommen und viele mögliche Arbeitgeber verbaut. "Man stellt sich schon auf eine Seite, wenn man so was macht."
Zu Meta kam Buffone von der University of Pennsylvania, wo sie mit Social-Media-Daten geforscht hatte. Sie habe lange gezögert, berichtet sie, schließlich war der Cambridge-Analytica-Skandal schon bekannt. Überzeugt habe sie das Versprechen, die Produkte sicherer machen zu können – und die schiere Größe der Stichproben. Plötzlich konnte sie Zehntausende Menschen befragen.
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Doch schnell merkte Buffone, dass ihre Ergebnisse von anderen veröffentlichte Studien des Unternehmens abwichen. Während ihre Forschung ergab, dass 10 bis 20 Prozent der Befragten ein problematisches Nutzungsverhalten hatten, fanden vorherige Meta-Studien lediglich drei Prozent. Der Unterschied liege an der Definition, erklärt Buffone: Sie zählte auch Menschen, die die Kontrolle über ihre Zeit verlieren und das an Schlaf, Arbeit, Beziehungen oder ihrer Präsenz als Eltern spüren. Die Ergebnisse gehörten 2021 zu den Dokumenten, die die Whistleblowerin Frances Haugen öffentlich machte.