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Ratatan ist noch immer eine der schönsten Ideen, die es in der Spielewelt je gegeben hat
Besonders abwechslungsreich ist diese Rhythmus-Taktik zwar nicht, aber so beschwingt tippt mein Fuß sonst nirgendwo.
Was waren das für Zeiten! Als Nintendo auf dem DS Ideen probierte, die es so noch nie gegeben hatte, und auch auf Sonys PSP Spiele landeten, die zum Einfallsreichsten gehören, was bis dato programmiert wurde. LocoRoco, Lumines, Gravity Rush, Crush – um nur mal ein paar zu nennen. Sowie natürlich Patapon, den geistigen Vorfahren, der in Ratatan seine Wiederauferstehung feiert – über die ich mich vor allem deshalb freue, weil nur wenige Spiele eine dermaßen gute Laune versprühen wie das Konzept von Spielemacher Hiroyuki Kotani.
Ihr kennt Ratatan schon längst? Kann gut sein! Vor fast genau einem Jahr erschien das Spiel als Early-Access-Titel auf Steam. Die ausgereifte Version wird jetzt am 15.10. veröffentlicht - und zwar nicht nur für PC, sondern auch auf Switch 2, PlayStation 5 und Xbox-Series-Konsolen.
Kein Wunder, hatte Kotani Patapon schließlich einst erfunden. Dass er es jetzt auf Steam, Switch 2, PlayStation 5 und Xbox weiterführt, ist also legitim. Und er weicht dabei auch kein bisschen von seiner damaligen Idee ab. Na ja... im Kern jedenfalls nicht.
Was das heißt? Ganz einfach: Das Level startet und ein munterer Song stimmt an, irgendwo zwischen Kinderlied und festlichem Umzug. Auf jeden Fall klingt er im Viervierteltakt, während man auf den vier Grundschlägen die Melodie vorgibt. Drei Tasten nutzt man dafür, was einfach genug ist. Nur muss das Timing natürlich passen und es ist auch wichtig, die richtigen Tasten, also Noten zu treffen.
Denn nur bestimmte Melodien dienen den kleinen Kriegern, die da von links nach rechts über den Bildschirm wuseln, als Befehl, entweder anzugreifen, sich zu verteidigen, in die Luft zu springen oder andere Aktionen auszuführen. Immerhin kämpfen sie gegen kleine und große Krieger, die auf der rechten Seite ebenfalls mit Pfeil und Bogen, Äxten, Speeren und anderen Waffen attackieren. Und passt mehrere Takte lang das Timing, nimmt der Gesang nicht nur so richtig Fahrt auf. Dann stehen sogar Spezialangriffe zur Verfügung.
Knuffiger Zeichentrick, die munteren Stimmen, amüsante Sprechblasen („Gemeinsam!“ „Mord!“ „Gyaaah!“) – und mehr Geschick, als es beim Lesen oder Zuschauen vielleicht den Anschein hat. Immerhin sieht man den Feinden zwar an, welche Aktion sie bald ausführen werden, sodass man sich im nächsten Takt drauf vorbereiten kann. Nur müssen die Finger dann auch schnell genug die richtige Melodie erwischen.
Oder spontan umdenken, falls der erste Ton schon falsch gewählt war. Und vielleicht machen mehrere Gegner auch verschiedene Sachen. Puh! Dazu kommt, dass man anders als in Patapon nicht nur zuschauender Befehlsmusiker ist, sondern den Melodienführer, Ratatan genannt, auch aktiv steuert. Der rennt und springt nämlich frei durchs Level, während er seine Anhänger ihm folgen lässt oder lieber aus der Ferne zum Angriff bläst.
Klingt kompliziert? Ist es nicht. Im Gegensatz zu Patapon macht man jetzt eben mit dem linken Stick Dinge, während die rechten Tasten weiterhin den Ton angeben. Zumal der „stimmungsvolle“ Held auch keine echte Plattform-Action meistern muss, sondern lediglich dafür sorgt, seine Krieger an die richtige Position zu verschieben (das Kommando zum Bewegen ist das Kommando, ihm zu folgen), großen Geschossen auszuweichen und auch mal an einen Feind heranzutreten. Ratatans können nahe Gegner nämlich je nach gewählter Fähigkeit einfrieren, verbrennen oder ihnen anderweitig zusetzen.
Denn das ist wirklich neu: In Ratatan absolviert man nicht ein Level nach dem nächsten und geht zwischendurch auf die Jagd nach Ressourcen für stärkere Waffen und Rüstungsteile, sondern – und das wird nicht allen von euch gefallen – man startet jedes Mal in einen Roguelike-Run, wahlweise übrigens online bis zu viert, auf dem man zwischen vom Zufall erwürfelten Fähigkeiten die gewünschten auswählt.