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Wie staatliche Eingriffe doch funktionieren können
Greift die Politik in die Wirtschaft ein, kann das ziemlich schiefgehen. Der diesjährige Wirtschaftsnobelpreis würdigt zwei Forscher, die dazu einen neuen Ansatz geliefert haben.
Wie geht eine Gesellschaft damit um, dass wirtschaftliche Prozesse nicht geradlinig verlaufen, sondern unter Schwankungen? Wie lässt sich das ewige Auf und Ab der Konjunktur in den Griff bekommen, um die negativen Folgen für Beschäftigung und allgemeinen Wohlstand abzumildern? Lässt man alles laufen, oder greift man ein?
Diese grundlegende Frage ist so alt wie die moderne Volkswirtschaftslehre selbst. Ein Meilenstein in dieser Diskussion war die legendäre "General Theory of Employment, Interest and Money" des Briten John Maynard Keynes aus dem Jahr 1936. Diese makroökonomische Theorie legte staatliche Eingriffe auch in marktwirtschaftlichen Systemen nahe, um einerseits Rezessionen abzumildern und andererseits Boomphasen falls nötig abzubremsen.
Das Werk sei "ein schlecht geschriebenes Buch, erbärmlich aufgebaut", urteilte zehn Jahre später der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul A. Samuelson. Es wimmele von Scheinerfolgen und Verwirrungen. "Kurzum, es ist ein geniales Werk."
Solche ambivalenten Urteile über den Keynesianismus haben sich bis heute erhalten. In Deutschland feierte er seine größten Erfolge mit der Idee der "Globalsteuerung" des sozialdemokratischen Wirtschaftsministers Karl Schiller (1966 bis 1972), der überzeugt war, dass man die Volkswirtschaft ähnlich einer Maschine steuern und Konjunkturkrisen mit kluger Wirtschaftspolitik planmäßig einhegen könne.
Die US-Amerikaner Hall und Woodford werden mit dem Wirtschaftspreis in Gedenken an Alfred Nobel ausgezeichnet.
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Doch so einfach war es dann doch nicht. Bald musste Schiller zum einen feststellen, dass Politiker in Boomphasen ungern sparen, wie es Keynes gefordert hatte, um dann im Abschwung genügend Mittel zum Eingreifen zu haben. Zum anderen erwies sich das richtige Timing als äußerst schwierig. In der Realität kamen staatliche Eingriffe, die antizyklisch wirken sollten, erst dann an, wenn der Zyklus schon wieder in der nächsten Phase war, und führten etwa in Boomphasen zu Überhitzung und starker Inflation.
Auf die weltweite Stagflation nach der Ölkrise 1973 hatte der klassische Keynesianismus dann keine Antwort mehr, weil er davon ausging, dass hohe Arbeitslosigkeit und Inflation niemals gleichzeitig auftreten können. Es folgte ein Jahrzehnt geringen Wachstums, hoher Arbeitslosigkeit und der Geldentwertung. Daraufhin gewann der Gegenentwurf eines marktorientierten Monetarismus die Oberhand, der die Konjunktur vorwiegend mit geldpolitischen Maßnahmen zu steuern versuchte.
Analyse
13.10.2025
Die diesjährigen Wirtschaftsnobelpreisträger haben zum Verhältnis von Innovationen und Wachstum geforscht.
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