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Männer verursachen durch ihre Ernährung höhere CO₂-Emissionen
Die Umweltfolgen der Ernährung unterscheiden sich weltweit deutlich nach Geschlecht, Alter, Bildung und Wohnort. Einer neuen globalen Modellanalyse zufolge verursachen Männer durch ihre Ernährung im Mittel mehr Treibhausgase als Frauen. Besonders hoch liegt der berechnete Fußabdruck bei jungen, höher gebildeten Männern in Städten. Gesündere Ernährungsweisen sind dagegen mit geringeren Umweltbelastungen verbunden.
Leiden (Niederlande). Die Herstellung von Lebensmitteln benötigt Land und Wasser und setzt Treibhausgase frei. Wie groß diese Umweltbelastung ausfällt, hängt nicht nur von der Wahl einzelner Lebensmittel ab, sondern auch davon, wie viel Menschen insgesamt essen und welche Ernährungsgewohnheiten in ihrem sozialen Umfeld verbreitet sind.
Globale Durchschnittswerte können diese Unterschiede verdecken. Bisher war nur begrenzt vergleichbar, wie sich die Umweltfolgen der Ernährung bei verschiedenen Bevölkerungsgruppen über Ländergrenzen hinweg unterscheiden. Eine internationale Forschungsarbeit hat nun entsprechende Daten für 165 Länder zusammengeführt.
Forscher der Universität Leiden um Hongyi Cai haben dafür Angaben zur individuellen Nahrungsaufnahme mit Bevölkerungs- und Lieferkettendaten verknüpft. Das Team verglich 72 Gruppen nach Geschlecht, Alter, Bildungsniveau und städtischem oder ländlichem Wohnort. Ermittelt wurden modellierte Treibhausgasemissionen sowie Wasser- und Flächenbedarf der jeweiligen Ernährung.
Den höchsten ernährungsbedingten Klima-Fußabdruck errechnete die Studie für höher gebildete Männer zwischen 15 und 34 Jahren, die in Städten leben. Ihr mittlerer Wert innerhalb der Gruppe lag bei 5,66 Kilogramm CO₂-Äquivalenten pro Tag. Dabei entfielen 62 Prozent ihrer Ernährung auf pflanzliche Lebensmittel.
Am anderen Ende standen Frauen zwischen 35 und 54 Jahren mit niedrigerem Bildungsniveau auf dem Land. Bei ihnen betrug der entsprechende Wert 2,85 Kilogramm CO₂-Äquivalente täglich. Der pflanzliche Anteil an ihrer Ernährung lag bei 70 Prozent. Die beiden Gruppen unterschieden sich im berechneten Klima-Fußabdruck somit beinahe um den Faktor zwei.
Auch über diese Extremgruppen hinaus zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede. Ein Teil davon kann mit der durchschnittlich höheren Nahrungs- und Energieaufnahme von Männern zusammenhängen. Daraus folgt nicht, dass allein das Geschlecht oder bestimmte Lebensmittelvorlieben die Unterschiede verursachen. Die Untersuchung beschreibt statistische Muster und keine isolierten Ursachen.
Die Forscher untersuchten außerdem den Zusammenhang zwischen Ernährungsqualität und Umweltwirkungen. Dazu nutzten sie einen Index, der eine ernährungsphysiologisch günstigere Lebensmittelauswahl bewertet. Mit jeweils fünf Prozent höherer Ernährungsqualität waren in den Berechnungen durchschnittlich 7,7 Prozent geringere Treibhausgasemissionen verbunden.
Gleichzeitig fielen der berechnete Wasser-Fußabdruck um 4,4 Prozent und der Flächenbedarf um 7,2 Prozent geringer aus. Diese Zusammenhänge sprechen dafür, dass eine ausgewogenere, stärker pflanzenbasierte Ernährung gesundheitliche und ökologische Vorteile verbinden kann. Sie belegen aber nicht, dass eine Verbesserung des Indexwerts allein genau diese Einsparungen bewirkt.
Die Analyse zeigt zudem, dass Bildungsniveau und städtischer Wohnort je nach Bevölkerungsgruppe mit höheren Umweltbelastungen einhergehen können. Dahinter können unter anderem Unterschiede bei Einkommen, Lebensmittelangebot, Konsummengen und Ernährungsweisen stehen. Welche dieser Faktoren die festgestellten Muster tatsächlich antreiben, lässt sich aus den modellierten Vergleichen nicht abschließend ableiten.