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Alexander Schweitzer: Vom Wahlverlierer zum Bundesminister
Im März wurde Alexander Schweitzer als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz abgewählt. Jetzt soll er als Bundesarbeitsminister dabei helfen, Deutschland aus der Krise zu führen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte ihm in Berlin die Ernennungsurkunde.
Am Abend des 22. März 2026 war Alexander Schweitzer die Enttäuschung deutlich ins Gesicht geschrieben. Mit 25,9 Prozent hatte seine SPD fast zehn Prozentpunkte im Vergleich zum vorigen Wahlergebnis eingebüßt und die Landtagswahl verloren - erstmals seit 1987 lag die CDU in Rheinland-Pfalz vor der SPD. Im Mai wurde Gordon Schnieder im Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt.
Amtsvorgänger Schweitzer wurde Koalitionspartner: Gemeinsam stellten die beiden im April den Koalitionsvertrag der neuen schwarz-roten Koalition vor. Schweitzer sprach bei dem Termin deutlich länger als Schnieder, seine SPD hat in der Koalition mit der CDU genau so viele Ministerposten wie die Christdemokraten - trotz gut fünf Prozentpunkten weniger im Wahlergebnis. Bei dem Termin in Mainz versicherte Schweitzer: Es komme jetzt auf eine stabile Regierung an. Man wolle keine "Berliner Verhältnisse" in Rheinland-Pfalz.
Nach der Wahlniederlage in Mainz ließ Schweitzer sich zum Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion wählen. Minister in einer CDU-geführten Landesregierung zu werden, hatte er im Wahlkampf ausgeschlossen. Es dauerte nicht lange, da wurden ihm Ambitionen nachgesagt, von Rheinland-Pfalz in die Bundespolitik zu wechseln.
Schweitzer, aufgewachsen als Sohn eines Binnenschiffers, trat mit 16 in die SPD ein und wurde 2013 mit 39 Jahren der bis dahin jüngste Minister in Rheinland-Pfalz: Er übernahm das Ressort für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung. Knapp zwei Jahre später wurde er Vorsitzender der SPD-Fraktion im Mainzer Landtag. 2024 machte die langjährige rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer ihn zu ihrem Nachfolger, als sie aus gesundheitlichen Gründen aus der Politik ausschied. Doch diesen Posten behielt Schweitzer nicht einmal zwei Jahre - bis zu seiner Abwahl im März.
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In der rheinland-pfälzischen Landespolitik war sein Ziel, die Chance auf einen sozialen und wirtschaftlichen Aufstieg für jeden und jede möglich zu machen, sagt Schweitzer. "Wenn jemand sagt, ich komme nicht aus einer privilegierten Situation, aber ich will was erreichen, durch Bildung, durch mein eigenes Engagement, durch Leistung - dann müssen die Menschen diese Chancen finden", betonte er als Ministerpräsident.
Da er als erster in seiner Familie Abitur gemacht habe, "haben Gerechtigkeitsfragen und Zugang zu Chancen in der Gesellschaft ganz unmittelbar mit mir zu tun."
Gute Voraussetzungen für einen Bundesminister für Arbeit und Soziales. Allerdings hatte Schweitzer in der Vergangenheit auch immer wieder gegen die gewettert, mit denen er nun auf Bundesebene zusammenarbeiten muss.