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Deutsch-dänisches Projekt entwickelt modularen Roboter für Klinik
Die Arbeit im Krankenhaus ist anstrengend und stressig. Ein modulares Robotersystem soll das Personal bei der Arbeit entlasten oder es schulen.
Die Roboter aus dem Projekt Hospibot: Hugo, die Transportbox, Tele und Furhat (von links)
Maschinelle Unterstützung für das Personal im Krankenhaus: Im Rahmen eines deutsch-dänischen Forschungsprojekts wurden ein modulares Robotersystem entwickelt, das Pflegekräfte in verschiedenen nicht-medizinischen Aufgaben abnehmen soll, etwa den Transport von kleineren Gegenständen oder die Betreuung von Besuchern.
Das Hospibot-System wurde von der Syddansk Universitet (SDU) in Odense und der Universität zu Lübeck entwickelt. Es besteht aus einer mobilen Basisplattform, die autonom agieren kann, sowie drei Aufsatzmodulen: mehreren humanoiden Roboter sowie einem Transportsystem. Getestet wurden die Roboter in den vergangenen drei Jahren in vier Krankenhäusern in Deutschland und Dänemark.
Der humanoide Roboter Hugo ist für die Interaktion mit Besuchern in einem Krankenhaus konzipiert. Er soll sie empfangen, ihnen einfache Fragen beantworten, den Weg weisen oder sie zu ihrem Ziel bringen. Er wurde unter anderem in der Kinderklinik in Odense eingesetzt.
Hier zeichnete er sich im Umgang mit den kleinen Patienten aus: „Hugo hat sich als kreativer Interaktionspartner für Kinder erwiesen. Er benötigt nur einige Stichworte von den Kindern und entwickelte mit ihnen gemeinsam personalisierte Geschichten“, erzählt Projektleiter Oskar Palinko von der SDU. „Auch bei Erwachsenen ist seine ausdrucksstarke Mimik und Gestik sehr gut angekommen.“
Tele ist ein ebenfalls ein humanoid und wird als Sicherheits- und Telepräsenzroboter eingesetzt. Seine Aufgabe ist es, nachts durch die Krankenhausflure zu patrouillieren. Ausgestattet mit Wärmebild- und Radarsensoren kann auch in Dunkelheit hilfsbedürftige Personen erkennen. Diese können dann mit seiner Hilfe Pflegepersonal per Video anrufen.
Auch er sei beim Text im Krankenhaus in Aabenraa gut angekommen, sagt Entwickler Robert Wendlandt vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) Lübeck. „Mich hat der neugierige Umgang der Besucher*innen und des Personals mit dem Roboter positiv überrascht. Anstatt nur vorbeizugehen, haben die Menschen aktiv versucht, mit dem Roboter zu interagieren und herauszufinden, wie er auf Bewegung, Mimik und Gestik reagiert.“
Viel Personal in der Pflege ist international. Daraus ergeben sich oft Sprachschwierigkeiten. Franziska Uhing von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Kiel hat dafür den sozialen Forschungsroboter Furhat entwickelt, der für die Sprachförderung eingesetzt werden soll. „Er schlüpft in die Rolle von Patient*innen mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen. Die Pflegekräfte können mit seiner Hilfe Anamnesegespräche auf unterschiedlichem Sprachniveau führen“, sagt Uhing. Erste Praxistests seien vielversprechend verlaufen.
Schließlich kann auf die mobile Plattform noch eine Transportbox gesetzt werden. Sie ermöglicht es, bei Bedarf kleinere Güter zu transportieren. Der Zugriff auf die Nutzlast erfolgt erst nach Autorisierung, um zu verhindern, dass diese in die Hände von Unbefugten gerät.