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Künstliche Intelligenz: Was bedeutet die neue KI-Welt für Unternehmen?
Kostendruck durch teure Energie, hohe Arbeitskosten und geopolitische Krisen - die Stimmung von Unternehmen in Deutschland ist getrübt. Welchen Einfluss haben in dieser Zeit die Veränderungen durch Künstliche Intelligenz?
Im kleinen Ort Ehningen in Baden-Württemberg hat das Software- und Beratungsunternehmen IBM vor rund einem Jahr seinen neuen Tech-Campus bezogen. Dort arbeitet eines der größten Forschungs-Teams des US-Konzerns. Mit dem Neubau hat sich das Unternehmen langfristig zum Standort in Deutschland bekannt - trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage im Land. "Wir sind eine der größten Volkswirtschaften der Welt, wir haben innovative Kunden, fantastische Talente und wir sind stark in der Forschung", betont die Geschäftsführerin von IBM Deutschland, Christine Rupp.
Auch deswegen habe man am Standort Ehningen im Jahr 2020 in den ersten Quantencomputer auf europäischem Boden investiert. Seine komplexen Rechenleistungen werden vor allem für die Forschung genutzt, auch im Zusammenspiel mit KI-Anwendungen. Und die spielen für IBM eine zentrale Rolle. Mit KI-Lösungen für Großkunden will sich das Unternehmen im Markt positionieren.
Bei diesem Geschäft geht es darum, die Geschäftsprozesse von Kunden mithilfe Künstlicher Intelligenz zu optimieren, um so Kosten und Zeit zu sparen. Ein Beispiel war ein Pilotprojekt in der Verwaltung des Jugendamtes in Augsburg. Hier half die KI, Unterhaltszahlungen zu berechnen und so die Fachkräfte zu entlasten.
Mit KI-Schwerpunkten seien Konzerne wie IBM gegen die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen besser gewappnet, sagt der Betriebswirt Jannis Bischof von der Universität in Mannheim: "Diese Unternehmen können dem aktuellen Kostendruck besser begegnen. Sie profitieren von den hohen Investitionen in die Künstliche Intelligenz." Kunden seien entsprechend bereit, höhere Preise zu akzeptieren. Die Unternehmen könnten die aktuellen Kostensteigerungen also einfacher weitergeben.
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Und trotzdem: Im Juli verfehlte IBM die eigenen Erwartungen und musste einen drastischen Aktieneinbruch hinnehmen. Und auch in Deutschland kämpft das Unternehmen mit strukturellen Nachteilen, bestätigt Christine Rupp.
Als Standort leide Deutschland unter schwerfälligen Genehmigungsverfahren, und der Zugang zu insbesondere Risikokapital sei schwieriger als in anderen Ländern. Außerdem hapere es an der Einstellung: "Das Anpacken, das Momentum ist etwas, bei dem wir uns gemeinsam vielleicht mal an die eigene Nase fassen dürfen."
In anderen Wirtschaftszweigen, allen voran der Industrie, ist die Stimmung getrübt, auch wenn der Internationale Währungsfonds (IWF) jüngst seine Prognose für das diesjährige Wachstum der deutschen Wirtschaft auf 1,3 Prozent anhob. Laut Betriebswirt Bischof zeigen auch Umfragen der Universität Mannheim, dass vor allem der Kostendruck durch die Energiepreise, hohe Arbeitskosten und geopolitische Unsicherheiten die Unternehmen belasten. Sie erwarten von der Politik, Standortnachteile zu beseitigen.
"Unsere Unternehmenssteuern sind vergleichsweise hoch", so der Experte. Hier könne die Politik Unternehmen entlasten und auf eine positive Investitionsentwicklung setzen. Außerdem werde unter den Unternehmen die Forderung laut, die Energiekosten zu senken, um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben.