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Istanbuler Ex-Bürgermeister İmamoğlu sagt erstmals in Mammutprozess aus
Es ist ein Mammutprozess gegen die Istanbuler Stadtverwaltung und den abgesetzten Bürgermeister: İmamoğlu hat nach mehr als anderthalb Jahren U-Haft erstmals vor Gericht ausgesagt. Parallel stürmte die Polizei den TV-Sender Halk TV.
Es ist windig vor dem Gerichtsgebäude, als Dilek İmamoğlu mit der wartenden Presse spricht. Sie ist die Ehefrau des Angeklagten Ekrem İmamoğlu, dem abgesetzten Bürgermeister.
"Jetzt geschieht das, was längst hätte passieren sollen", sagt sie. In einem funktionierenden Rechtsstaat hätte er beim ersten Gerichtstermin aussagen müssen. "Doch seine Aussage wurde da nicht aufgenommen. Wir hoffen, dass er in den kommenden vier Tagen unter fairen Bedingungen aussagen kann."
Reportage
19.08.2026
Seit März läuft der Prozess gegen İmamoğlu - und bislang durfte er sich nicht verteidigen.
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Seit mehr als anderthalb Jahren sitzt İmamoğlu in Untersuchungshaft. Seit März läuft nun der Mammutprozess gegen 400 Angeklagte der Stadtverwaltung Istanbuls - und damit auch gegen ihn. İmamoğlu wird in der fast 4.000-seitigen Anklageschrift als Anführer einer kriminellen Vereinigung dargestellt. Es geht um Bestechung, Untreue, Geldwäsche und Ausschreibungsmanipulation. Angeblicher Schaden: drei Milliarden Euro.
Dass für den Angeklagten und die Opposition diese Vorwürfe vorgeschoben sind, ist klar. İmamoğlu hätte Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan bei Wahlen laut Umfragen gefährlich werden können.
Vor Gericht, wo keine Aufnahmen erlaubt sind, geht İmamoğlu am ersten Tag der Aussage nicht konkret auf die Vorwürfe ein. Nach ARD-Informationen kritisiert er dagegen die AKP-Regierung und Staatspräsident Erdoğan scharf. Die türkische Justiz sei nicht mehr unabhängig. Das Land steuere auf ein totalitäres Regime zu.
Es geht um angebliche Korruption. Viele Türken halten den Prozess für politisch motiviert.
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Und İmamoğlu empört sich darüber, dass die türkischen Behörden heute am frühen Morgen den kritischen Fernsehsender Halk TV geschlossen haben.