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Netflix streicht rund 1000 Stellen in größter Entlassungsrunde seit 2022
Die Geschäfte von Netflix wachsen, aber der Aktienkurs sinkt. Nun will der Streaming-Marktführer sparen. Die Kündigungen betreffen 6 Prozent aller Mitarbeiter.
Rund 1000 Mitarbeiter von Netflix verlieren ihren Job, was auf etwa 6 Prozent der Belegschaft hinausläuft. Das geht aus einem Memo der Netflix-Führung an die Beschäftigten des Streaming-Dienstes hervor, das verschiedenen US-Medien zugespielt wurde. Es ist die größte Kündigungswelle bei Netflix seit 2022. Am stärksten betroffen sind demnach die Produkt-, Technik-, Rechts- und Personalabteilungen. Die Entlassungen wurden knapp eine Woche vor der Bekanntgabe der nächsten Quartalszahlen verkündet.
Andere Streaming-Dienste haben zuvor bereits etliche Stellen abgebaut. 2024 strich Amazon Hunderte Stellen bei Prime Video und den übernommenen MGM-Studios. Letztes Jahr strich Disney Stellen in Film- und Fernsehabteilungen. Bei diesen Konzernen waren jeweils mehrere Hundert Mitarbeiter betroffen. Dieses Ausmaß erreichte auch der Marktführer 2022, als Netflix nach Kundenschwund ebenfalls Hunderte Stellen strich. Auch der damals sinkende Aktienkurs spielte eine Rolle.
Das dürfte auch zum jetzigen Stellenabbau beigetragen haben, denn die Netflix-Aktie hat in den letzten zwölf Monaten um mehr als 40 Prozent nachgegeben. Das dürfte im zuletzt gebremsten Wachstum der Kundenzahlen begründet sein. Zudem würden die Abonnenten laut Wall Street Journal weniger Zeit mit Netflix verbringen als zuvor. Um dem entgegenzuwirken, hat der Streaming-Dienst zuletzt mehr Live-Übertragungen, etwa von Sportveranstaltungen, sowie Video-Podcasts und Shows von YouTubern in das Programm aufgenommen.
„Unsere Mission – die Welt zu unterhalten – ist ehrgeizig; ihre Umsetzung erfordert Disziplin bei der Frage, worauf wir unsere Mitarbeiter und Ressourcen konzentrieren“, schreiben die Netflix-Chefs Ted Sarandos and Greg Peters laut CNBC in der E-Mail an die Mitarbeiter. „Unser Geschäft ist stark und wächst; wir liegen weiterhin auf Kurs, unsere Gesamtjahresprognose zu erfüllen. Wir werden auch künftig gezielt und entschlossen in besonders wirkungsvolle Bereiche investieren, um unseren Service zu verbessern sowie Wachstum und Innovation weiter voranzutreiben. Dies bedeutet, im gesamten Unternehmen gezielte Entscheidungen zu treffen, damit wir weiterhin Ergebnisse für unsere Mitglieder, Partner, Mitarbeitenden und Investoren liefern können.“
Auf Nachfrage wollte Netflix dem Memo nichts weiter hinzufügen. Weitere Informationen dürften am 20. Oktober folgen, wenn Netflix den Geschäftsbericht des vergangenen Quartals vorlegt. Das zuvor ausgegeben Jahresziel soll aber offenbar erreicht werden. Ob der Streaming-Dienst wie beim Stellenabbau 2022 Abonnenten verliert, bleibt offen. Zwar nennt Netflix seit zwei Jahren keine regelmäßigen Abozahlen mehr, aber das dürfte angesichts der Stellenstreichungen wieder in den Fokus rücken. Immerhin soll Netflix nach Einschätzung von Analysten mit 2 Prozent die geringste Kündigungsrate aller Streaming-Dienste besitzen.
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