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Blutgerinnsel: Kaffeetrinker haben ein geringeres Risiko für Thrombose-Rückfälle
Wer einmal eine tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie hatte, kann erneut erkranken. In einer norwegischen Beobachtungsstudie war der Konsum von ein bis zwei Tassen Kaffee am Tag mit einem um 51 Prozent niedrigeren geschätzten Rückfallrisiko verbunden als völliger Verzicht. Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang nach einer ersten Thrombose mit erkennbarem Auslöser. Einen Schutz durch Kaffee beweist dies nicht.
Tromsø (Norwegen). Blutgerinnsel in tiefen Venen können den Blutfluss blockieren und in der Lunge gefährliche Gefäßverschlüsse verursachen. Zusammengefasst werden diese Erkrankungen als venöse Thromboembolien bezeichnet. Auch wenn die erste Thrombose überstanden ist, droht manchen Patienten ein Rückfall. Innerhalb von zehn Jahren trifft dies laut früheren Untersuchungen ungefähr drei von zehn Betroffenen.
Gerinnungshemmende Medikamente schützen vor erneuten Thrombosen, können bei längerer Einnahme aber schwere Blutungen begünstigen. Deshalb suchen Forscher nach beeinflussbaren Lebensgewohnheiten, die mit dem Rückfallrisiko zusammenhängen. Bei der erstmaligen Entstehung solcher Blutgerinnsel zeigte sich in früheren Studien ein Zusammenhang mit Kaffeekonsum. Für die Wiederkehr einer Thrombose war die Datenlage bislang dünn.
Forscher der UiT The Arctic University of Norway um Prof. Sigrid Kufaas Brækkan haben nun untersucht, ob der vorherige Kaffeekonsum mit dem Risiko weiterer Blutgerinnsel zusammenhängt. Dazu analysierten sie Daten von 2.071 Menschen, die in zwei norwegischen Bevölkerungsstudien erstmals eine venöse Thromboembolie erlitten hatten. Die Teilnehmer hatten ihre Trinkgewohnheiten bereits vor diesem Ereignis per Fragebogen angegeben. Weitere, klinisch bestätigte Thrombosen oder Lungenembolien wurden anhand von Krankenhausunterlagen bis 2020 erfasst.
Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 2,8 Jahren registrierte das Team 310 weitere Thromboembolien. Im Vergleich zu Menschen, die keinen Kaffee tranken, lag die statistisch geschätzte Rückfallgefahr bei ein bis zwei Tassen täglich um 51 Prozent niedriger. Die Forscher berücksichtigten dabei unter anderem Alter, Geschlecht, Rauchen, Körpergewicht und bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Bei drei oder mehr Tassen war das geschätzte Risiko ebenfalls meist niedriger, der Unterschied blieb aber statistisch unsicher. Eine stetige Abnahme des Risikos mit jeder zusätzlichen Tasse fanden die Forscher nicht. Fassten sie alle Kaffeetrinker zusammen, war der Unterschied gegenüber den Nichttrinkern über die gesamte Stichprobe ebenfalls nicht statistisch eindeutig.
Besonders auffällig waren die Unterschiede bei Menschen, deren erster Gefäßverschluss durch einen bekannten Risikofaktor begünstigt worden war. Solche sogenannten provozierten Thromboembolien können etwa mit Operationen, schweren Erkrankungen, Krebs oder längerer Bettlägerigkeit zusammenhängen. In dieser Gruppe lag die geschätzte Rückfallgefahr bei ein bis zwei Tassen Kaffee täglich um 67 Prozent niedriger als ohne Kaffee.
Bei der Zusammenfassung aller Kaffeetrinker ergab sich nach solchen Ereignissen ein um etwa die Hälfte geringeres geschätztes Rückfallrisiko. Hatte sich das erste Blutgerinnsel dagegen ohne erkennbaren Auslöser gebildet, zeigte die Analyse keinen solchen Zusammenhang. Die Unterschiede zwischen diesen Gruppen lassen noch keine Aussage über eine gezielte Wirkung von Kaffee bei bestimmten Patienten zu.
Biologisch plausibel wäre ein Zusammenhang, weil verschiedene Kaffeeinhaltsstoffe mit Prozessen der Blutgerinnung in Verbindung stehen. Frühere Untersuchungen fanden bei Kaffeetrinkern beispielsweise niedrigere Konzentrationen des Gerinnungsfaktors VIII und des von-Willebrand-Faktors, die das Thromboserisiko beeinflussen. Für Pflanzenstoffe aus Kaffee wurden zudem hemmende Effekte auf die Verklumpung von Blutplättchen beschrieben.
Ob einer dieser Mechanismen den statistischen Zusammenhang in der aktuellen Patientengruppe tatsächlich erklärt, wurde allerdings nicht geprüft. Auch