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Enshrouded ist endlich 1.0 – und jetzt offiziell eines der beeindruckendsten Spiele aus Deutschland
Das Open-World-Survival-Epos von Keen Games verlässt den Early Access mit Riesen-Umfang, Sparkworks-Logikbaukasten und dynamischer Wassersimulation.
Nach zweieinhalb Jahren ist Enshrouded draußen, dieser schwindelerregend mehrgeschossige Entwurf eines Survival-und-Crafting-Abenteuers aus Frankfurt. Fast wäre es irritierend, wie sehr der Titel versucht, alles für jeden zu sein, wenn es nicht so gut funktionieren würde: Ein Open-World-Action-Adventure mit einem Fertigkeiten-Mammutbaum, dessen Krone in alle Richtungen wild wuchert, und ein Kreativbaukasten, der Minecraft mit kleinteiligeren, hübscheren Baufeatures ernsthafte Konkurrenz macht. Alles jederzeit haargenau so sozial oder einzelgängerisch, wie ihr gerade möchtet.
Enshrouded ist ein Voxel-basiertes Open-World-Survival-Crafting-Action-RPG des Frankfurter Entwicklers Keen Games. Nach dem Early Access erschien Version 1.0 für PC (Steam) und PlayStation 5 zum Preis von 39,99 Euro.
Ihr sammelt, erntet, bastelt, questet, erkundet, kämpft, klettert, gleitet und hört fantastisch gesprochene, tagelange Lore-Einträge beim Editieren eigener Dungeons und Anlagen mit LittleBigPlanet-artigem Logikbaukasten, den Keen Games Sparkworks nennt. Was wollt ihr tun? Die Chancen stehen nicht schlecht, dass es in Enshrouded funktioniert. Das einzige, was ihr mitbringen müsst, ist Zeit und Lust, euch von diesem Strom an Mach-was-du-willst-Elementen mitreißen zu lassen, flussabwärts durch diese irrwitzig weite und vertikale Welt mit mehr Biomen, als ihr den Rest des Jahres vollends erschließen könntet.
Ihr kehrt Flammengeborene in eine vom Miasma überrannte Welt zurück, als wärt ihr Link, der gerade die Sonne wegzwinkernd aus dem Schrein des Lebens heraustritt. Dieser unheimliche Nebel verwandelte zunächst in den Senken und Höhlen die Natur und Menschen zu einem böse-pilzigen Zerrbild ihrer selbst. Die Wurzeln, die den Miasmadunst verbreiten, zerstört ihr eine nach der anderen, um euch Stück um Stück das Land zurückzuholen und mehr über seine Geschichte zu erfahren.
Derweil baut ihr euch immer neue Behausungen, wenn ihr mögt. Sei es als funktionale vorgelagerte Crafting-Basis für euer weiteres Vorgehen oder schlicht, weil ihr findet, dass sich eine Skelettschädelburg an der Klippe über dem See dort drüben einfach gut machen würde. Enshrouded ist eben auch ein Spiel spontaner Eingebungen und fixer Ideen – und dass es so mühelos zwischen dem Mach-was-du-willst-Abenteuer und dem Kreativmodus wechselt, ist kein kleines Kunststück.
Ein Kunststück ist auch die Art, wie man hier die Landschaft Voxel um Voxel behaut, durchwühlt und aushöhlt, nur um anschließend einen Ziegel nach dem anderen mit dem griffigsten und natürlichsten Bausystem aneinander, übereinander, untereinander zu fügen. Es ist der vielleicht detailfreudigste virtuelle Bastelkasten, den ich kenne, und ich verliere mich regelmäßig in immer hochtrabenderen Projekten, obwohl ich eigentlich nur einen Keller unter mein Wohnzimmer buddeln wollte.
Spiele aus Deutschland, die sich in Ambition, technischer Umsetzung und flächendeckender Anziehungskraft derart hohe Ziele setzen, sind selten. Allein die imponierende Simulation dynamischer Wasserkörper ist ein echter Hingucker, wie ich bemerkte, als ich versuchte, meinen eigenen Infinitypool in die Seite eines Hügels zu bauen. Wie sich manches Mal eine erstaunlich große, pilzverseuchte Unterwelt unter einem idyllischen Landstrich auftut, ist darüber hinaus jedes Mal aufs Neue beeindruckend.
Darüber, dass das Spiel für seine toll vorgetragenen Lore-Schnipsel einen eigenen Player integriert hat, in dem man sie einer im Hintergrund laufenden Playlist hinzufügen kann, hatte ich ja schon in einem separaten Artikel geschwärmt. Wieso kam bisher sonst niemand auf diese geniale Idee?
Obwohl ich zugeben muss, dass das Spielgefühl im Kampf etwas steif und die KI einen Tacken zu stumpf rüberkommt, so ist die Action-Seite von Enshrouded doch immer noch tiefgründig und durchdacht genug, dass ich sie nich