// HEISE ONLINE — MOBILE & WEB
Calif.io-Jailbreak: Details zum Tool, das iOS 27.0.1 knackt – untethered
Eine Gruppe von Sicherheitsforschern hat den ersten rebootfesten Jailbreak für aktuelle iPhones seit Jahren vorgestellt. Inzwischen liegen Details vor.
Apple-Logo mit Schloss: Jailbreak bis hoch zum iPhone 18 Pro.
This article is also available in
English.
It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Der Ende der letzten Woche vorgestellte, aufsehenerregende Jailbreak für iOS 27.0.1 soll offengelegt werden, sobald Apple die Lücken per Update geschlossen hat. Das teilten die Macher hinter der neuen iPhone-Öffnung, die bis hoch zu den neuesten Gerätemodellen 18 Pro und 18 Pro Max nutzbar ist, gegenüber Mac & i mit. Zwar plant das Sicherheitsunternehmen Calif.io, zu dem auch der bekannte deutsche Sicherheitsforscher Stefan Esser gehört, keine Publikation eines „Jailbreak-Tools für Endnutzer“. Mit den offengelegten Lücken dürfte dies dann aber Dritten möglich werden. Es sei auch möglich, dass ein Proof-of-Concept (PoC) veröffentlicht werde.
Jailbreaks für iOS werden immer seltener. Diese setzen zudem meist ältere Geräte und/oder ältere iOS-Versionen voraus. Die Variante von Calif.io sticht hier deutlich heraus: Es ist der erste rebootfeste Jailbreak seit iOS 9 und zudem untethered, das heißt, bei einem Neustart ist es nicht nötig, das entsperrte iPhone mit einem Mac oder PC zu verbinden. Zudem gelang es den Sicherheitsforschern, Apples jüngste Schutzmaßnahmen zu umgehen, die das Ausnutzen von Speicherfehlern verhindern sollen, darunter das Memory Integrity Enforcement (MIE), das auf ARMs Enhanced Memory Tagging Extension (EMTE) aufbaut. Damit läuft der Jailbreak grundsätzlich auf jedem iPhone (und vermutlich auch iPad), das iOS 27.0.1 nutzt. Dies ist auch die jüngste Betriebssystemversion, die Apple anbietet.
„Der Jailbreak basiert auf einer Reihe von Sicherheitslücken, die Calif.io Apple in den vergangenen Monaten bereits gemeldet hat oder in Kürze melden wird“, so Esser gegenüber Mac & i. Immerhin: Die meisten Fehler seien in der aktuellen Beta von iOS 27.2, die Apple in einem fortgeschrittenen Stadium von Entwicklern und Endnutzern testen lässt, bereits behoben. Der Jailbreak beruhe allerdings nicht auf Lücken, die Calif.io durch einen Vergleich von iOS 27.2 mit iOS 27.0.1 gefunden habe, also auf Fehlern, die Apple in der Beta bereits gepatcht hatte. Calif.io hatte mit diesem Ansatz im August einen Exploit für eine hochproblematische Screensharing-Lücke in macOS entwickelt.
Laut Angaben von Esser half bei der Entwicklung des Jailbreaks auch KI, er sagte aber nicht, wie genau. „Ja, das Forscherteam von Calif untersucht, wie gut die neuesten LLM-Frontier-Modelle bei der Suche nach Schwachstellen und dem Erstellen von Exploits sind.“ Man sei jedoch fest davon überzeugt, dass eine erfolgreiche Suche nach Exploits bei „harten Zielen“ wie dem iPhone „nach wie vor erfordert, KI mit Menschen zu kombinieren, die über umfassende Fachkenntnisse verfügen“.
Es reiche nicht aus, ein Modell aufs iPhone zu richten und ihm zu sagen, es solle das hacken. „Das ist immer noch Science-Fiction.“ Es komme vor, dass KI-Systeme nicht verstünden, dass die einfachste Lösung funktioniere. „Allerdings haben aktuelle Modelle im Vergleich zu vor ein paar Monaten einen großen Sprung gemacht.“ Esser zufolge gebe es auch einen Unterschied zwischen dem Auffinden von Lücken und dem Erstellen von erfolgreichen Exploits. Viele Akteure nutzten LLMs bereits intensiv zur Fehlersuche. Das zeige sich an den zahlreichen Bug-Kollisionen in Apples jüngsten Sicherheitsupdates. „Es besteht ein riesiger Unterschied zwischen denen, die mit einem Fuzzer oder einem LLM eine Menge Absturz-Bugs finden, und jenen, die daraus tatsächlich vollwertige Exploits entwickeln können.“ Zwar würden viele Schwachstellen mit LLMs gefunden und behoben, aber „Einhörner“ zu finden, die unter den Bedingungen von Hardening-Techniken wie MTE tatsächlich ausnutzbar sind, um einen stabilen Exploit zu schaffen, sei die „weitaus schwierig