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China-Schock 2.0 - wie sich Europas Industrie schützen kann
China setzt Europas Unternehmen zunehmend unter Druck - auch mit massiven Subventionen. Doch höhere Zölle allein reichen kaum aus. Was kann die EU noch tun, um ihre Wirtschaft zu schützen?
Europas Industrie leidet immer stärker unter der chinesischen Exportoffensive. Dabei profitieren chinesische Hersteller auch von massiven staatlichen Subventionen. Die EU sucht deshalb nach Gegenmaßnahmen. Helfen höhere Zölle - oder braucht Europa eine neue Strategie?
Für Edgar Walk, Chefvolkswirt beim Bankhaus Metzler, geht es längst um mehr als gewöhnlichen Wettbewerb. "China betreibt eine Politik der Zerstörung der europäischen und amerikanischen Industrie. Anders kann man es nicht bezeichnen", sagt Walk im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion. Als warnendes Beispiel nennt er den Niedergang der deutschen Solarindustrie. Etwas Ähnliches drohe nun in weit größerem Stil.
Chinas Exporte sind im September überraschend stark gestiegen. Vor allem Halbleiter und Autos treiben das Wachstum an.
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Wie stark sich der Wettbewerb verschärft hat, zeigt eine neue Studie des Kiel Instituts für Weltwirtschaft. China macht Europa demnach inzwischen auch in den Branchen Konkurrenz, in denen die europäische Industrie traditionell stark ist.
Mittlerweile betrifft das knapp 40 Prozent dieser Wirtschaftszweige - Anfang der 2000er-Jahre war es nur ein Viertel. Besonders betroffen sind Automobilbau, Chemie und Maschinenbau. Die Kieler Forscher sprechen von einem "China-Schock 2.0". Anders als beim ersten China-Schock Anfang der 2000er-Jahre geraten diesmal vor allem technologisch anspruchsvolle Industrien unter Druck.
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Chinesische Unternehmen hätten viel vom Westen gelernt, sagt Walk. Zugleich habe Peking früh auf Innovation, Bildung und Infrastruktur gesetzt. Diese Strategie zahle sich nun aus: China verfüge inzwischen über "extrem wettbewerbsfähige, innovative, starke Unternehmen".
Europas Unternehmen leiden dagegen unter zu viel Bürokratie, schlechter Infrastruktur und mangelnden Investitionen in Forschung und Entwicklung.
Allerdings beruht Chinas industrielle Stärke nicht allein auf technologischen Fortschritten. Laut einer OECD-Studie erhielten die untersuchten großen chinesischen Industrieunternehmen zwischen 2005 und 2024 durchschnittlich drei- bis achtmal so viel staatliche Unterstützung wie vergleichbare Firmen aus OECD-Ländern.