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Umfrage: Acht von zehn Jugendlichen kennen Social-Media-Süchtige
Umfragen zufolge nutzen viele Kinder und Jugendliche soziale Medien in riskantem oder krankhaftem Ausmaß. Auch Jugendliche selbst beobachten das bei Bekannten.
Die große Mehrheit der 16- bis 18-Jährigen hält einer Umfrage zufolge Menschen in ihrem Umfeld für süchtig nach sozialen Medien. Acht von zehn Jugendlichen bejahten in einer von der Postbank in Auftrag gegebenen Befragung, dass es ihrer Einschätzung nach Menschen mit Social-Media-Sucht in ihrem Umkreis gebe. Mädchen und Frauen meinten mit 82 Prozent dabei noch etwas häufiger als Jungen und Männer (78 Prozent), dass ein Bekannter daran leide.
Social-Media-Sucht meint, dass Betroffene soziale Medien länger nutzen als geplant und dadurch negative Folgen in anderen Bereichen auftreten. Laut einer Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit nutzt mehr als ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen soziale Medien in riskantem oder sogar krankhaftem Ausmaß. Der Anteil krankhafter Nutzung stieg demnach von 4,7 auf 6,6 Prozent, der Anstieg ist laut Studie aber statistisch nicht signifikant. Etwa 350.000 Kinder und Jugendliche gelten den Angaben nach als süchtig nach sozialen Medien.
Auch bei Erwachsenen steigt die Suchttendenz, wie das Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit der Uni Bochum mitteilte. Bei 27,6 Prozent der Nutzenden sozialer Medien fand das Forschungsteam in einer Erhebung eine „suchtartige Nutzung“.
David Dommel, Leiter digitales Performance-Marketing der Postbank, meint, dass Jugendliche die Risiken sozialer Netzwerke durchaus kritisch reflektierten. Gut die Hälfte der Befragten gab laut Umfrage an, bereits einen abonnierten Kanal verlassen zu haben, weil dort ihrer Meinung nach zu viel Aggression oder Unwahrheiten verbreitet wurden. Ein gutes Drittel hat deshalb schon einmal sein eigenes Profil deaktiviert – und somit eine Pause bei einer Plattform eingelegt. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren gaben aber etwas weniger junge Menschen an, diesen Schritt gegangen zu sein.
Der Postbank zufolge ist die „Jugend-Digitalstudie 2026“ repräsentativ. 1000 Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren wurden dafür im Juli über das Online-Panel Toluna befragt. Um eine bevölkerungsrepräsentative Struktur abzubilden, erfolgte eine Gewichtung der Stichprobe nach Bundesland, Alter und Geschlecht. Als Referenzdatei wurde die Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Mikrozensus 2022 des Statistischen Bundesamtes zugrunde gelegt. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet.
Den Befragten wurde folgende Frage vorgelegt: „Soziale Netzwerke stehen manchmal in der Kritik, gefährlich für Kinder und Jugendliche zu sein, Zwietracht zu säen und unsere Demokratie zu schwächen. Inwieweit treffen die folgenden Aussagen zu sozialen Netzwerken wie Instagram oder TikTok zu? Ja/Nein.“
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