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Fortnite: Nikki aus Obsession wird zum Skin – für manche Fans geht Epic damit zu weit
Während einige Fans Epic Games eine Verharmlosung sexueller Gewalt vorwerfen, halten andere die Empörung für völlig überzogen.
Fortnite hat schon zahlreiche Horrorfiguren in sein kunterbuntes Battle Royale geholt. Nun kommt Nikki Freeman aus dem Horrorfilm Obsession ins Spiel. Doch der neue Skin sorgt nicht nur für Vorfreude. Weil Epic Games auch eine verstörende Filmszene als Emote aufgreift, werfen einige Fans dem Unternehmen einen unsensiblen Umgang mit der Vorlage vor. In sozialen Netzwerken wird vereinzelt sogar zum Boykott aufgerufen.
Epic stellte den neuen Skin gemeinsam mit Nikki-Darstellerin Inde Navarrette vor. Im Rahmen des Halloween-Events Fortnite: Albträume soll die Figur als Outfit mit passendem Rücken-Accessoire, Spitzhacke und Emote erscheinen. Letzteres lässt Nikki im Cartoon-Stil Schilder mit der Aufschrift „No, no, no“ hochhalten und greift damit eine bekannte Szene des Films auf. Was für manche ein amüsantes Wiedererkennungsmerkmal ist, macht für andere den Kern des Problems aus.
Spoilerwarnung: Im folgenden Abschnitt verraten wir eine entscheidende Wendung aus Obsession..
Um die Kritik zu verstehen, muss man die Handlung des Horrorfilms von Regisseur Curry Barker kennen. Bear (Michael Johnston) ist seit Langem in seine Kollegin Nikki (Inde Navarrette) verliebt, traut sich aber nicht, ihr seine Gefühle zu gestehen. Stattdessen greift er zu einem magischen Gegenstand namens One Wish Willow und wünscht sich, dass Nikki ihn mehr liebt als jeden anderen Menschen auf der Welt. Tatsächlich geht sein Wunsch in Erfüllung, allerdings mit schrecklichen Folgen: Nikki entwickelt eine krankhafte Besessenheit von Bear, die zunehmend gewalttätige Züge annimmt.
Im Laufe des Films wird deutlich, dass Nikki durch den Wunsch die Kontrolle über ihren Körper verloren hat. Ihr eigentliches Ich kann sich nur gelegentlich bemerkbar machen, während Bear mit der fremdgesteuerten Nikki sogar eine sexuelle Beziehung eingeht. Als die echte Nikki schließlich zu ihm durchdringt, fleht sie ihn an, sie zu töten und damit von ihrem Leiden zu erlösen. Bear weigert sich, versucht jedoch auf andere Weise, den Fluch rückgängig zu machen.
Be careful what you wish for… Nikki is coming to Fortnite tomorrow pic.twitter.com/iSY6eseqVX
Nikki ist damit nicht einfach nur eine weitere gruselige Filmfigur, sondern auch ein Opfer sexueller Gewalt und vollständiger Fremdbestimmung. Genau deshalb empfinden manche Personen ihre Umsetzung als Fortnite-Skin als geschmacklos. Ausgerechnet eine Figur, der im Film jede Kontrolle über den eigenen Körper genommen wird, lässt sich nun auch in einem Videospiel "fernsteuern".
Hinzu kommt das Emote, das die berühmte Restaurantszene aus dem Film aufgreift. Darin stellt Bear Nikkis Behauptung über ihren angeblich krebskranken Vater infrage, woraufhin sie mit einem zunehmend bedrohlichen „Nein, nein, nein“ reagiert. In Fortnite wird daraus eine Cartoon-Einlage, bei der Nikki ihre Worte auf Schildern präsentiert. Was im Film für Unbehagen sorgt, dient im Spiel als Gag.
Auf X haben sich zahlreiche Personen kritisch zu der Zusammenarbeit geäußert. „Ich finde es irgendwie furchtbar, wie Nikki zu einem Meme gemacht wurde. Das überschattet die grausamen Dinge, die ihre Figur im Film erlebt“, schreibt beispielsweise ein Nutzer.