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Gewinnprognose erhöht: Rekordgewinn für Adidas
Das hören Aktionäre und Investoren immer gerne - der Sportartikelkonzern Adidas erhöht nach einem Rekordquartal die Prognose. Im DAX gehört die Aktie zu den größten Gewinnern.
Adidas erfreut heute seine Aktionäre und Anleger - denn Sportartikelkonzern aus Herzogenaurach blickt zuversichtlicher als bisher auf das laufende Geschäftsjahr 2026. Konkret erhöhten die Franken nach vorläufigen Daten ihre Gewinnprognose um 200 Millionen Euro auf nunmehr 2,5 Milliarden Euro. Bisher hatte der Konzern ein Ziel von rund 2,3 Milliarden Euro ausgegeben.
Im dritten Quartal stieg der Umsatz um neun Prozent auf 7,25 Milliarden Euro, währungsbereinigt lag das Plus bei sieben Prozent. Das Betriebsergebnis schnellte um 37 Prozent auf 1,01 Milliarden Euro - der höchste Quartalsgewinn der Firmengeschichte, so dass Unternehmen am Dienstagabend nach Börsenschluss.
Vorstandschef Björn Gulden sprach von einem "großartigen Quartal". Das Unternehmen stemmt sich erfolgreich gegen die schwache Branchenkonjunktur, weil seine Schuhe und Kleidungsstücke gefragt sind.
Profitiert hat der Konzern von der Rückerstattung von US-Einfuhrzöllen von rund 200 Millionen Euro, die ein Gericht für unzulässig erklärt hatte. Weitere 100 Millionen Euro resultierten daraus, dass Adidas seine Ware mit weniger Rabatten verkaufen konnte als gedacht. Das habe negative Wechselkursentwicklungen mehr als wettgemacht. Dafür werde man im vierten Quartal rund 100 Millionen Euro mehr investieren als geplant, und damit Ausgaben etwa für IT-Infrastruktur oder Logistik vorziehen, die sich künftig in höheren Gewinnen niederschlagen sollen.
Dass man mit einer Rückerstattung aus den USA rechne, hatte der scheidende Finanzvorstand Harm Ohlmeyer bereits im August angekündigt. Damals kalkulierte sie Adidas vorsichtshalber aber noch nicht in die Prognose ein.
Operativ ist es Adidas offensichtlich gelungen, den Geschmack der Kundschaft zu treffen - stets eine der größten Herausforderung für jede Sportartikelfirma. Der Konzern kann dabei auf seine Klassiker aus den 70er und 80er Jahren bauen, die das Unternehmen in vielen Varianten neu auflegt. Adidas setzt zudem auf eine Regionalisierungsstrategie, die vor allem in China neue Kunden angezogen hat.
Auch gegenüber dem US-Erzrivalen Nike hatte Adidas die Nase vorn. Denn Nike muss seine Ware derzeit mit Rabatten verkaufen - was bei Adidas kein Thema ist. Das könnte dem fränkische Konzern einen weiteren Vorteil von rund 100 Millionen bringen, so dass man eher auf dem Weg sei, ein Betriebsergebnis von 2,6 Milliarden Euro zu erreichen. Nike erwartet hingegen für sein Geschäftsjahr 2026/27 (per Ende Mai) ein Umsatzminus von bis zu neun Prozent. In China brach der Umsatz zuletzt regelrecht ein.
Die kanadische Bank RBC hat die Einstufung für Adidas mit einem Kursziel von 200 Euro auf "Outperform" belassen. Die positive Überraschung beim operativen Ergebnis sei ordentlich, schrieb Piral Dadhania am Dienstagabend nach den Vorabzahlen und der Prognoseerhöhung.
Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für die Adidas-Aktie mit einem Kursziel von 210 Euro auf "Overweight" belassen. Angesichts der zuletzt schwachen Branchenstimmung und der gesunkenen Erwartungen dürften die Aktien der Herzogenauracher stark auf die Vorabzahlen und die Prognoseerhöhung reagieren, schrieb Wendy Liu am Dienstagabend. Beim vollständigen Bericht in der kommenden Woche dürften die Anleger vor allem die Stärke und Berechenbarkeit des Sportschuh-Geschäfts hinsichtlich des vierten Quartals und 2027 beäugen. Adidas will sein komplettes Zahlenwerk am 29. Oktober veröffentlichen.