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Huthi-Attacken auf Saudi-Arabien: Angriff auf bin Salmans Vision
Kronprinz Mohammed bin Salman will Saudi-Arabien öffnen, für Touristen und Investoren. Doch seine "Vision 2030" ist in Gefahr: Die Angriffe der Huthi zerstören das Image von Sicherheit und Stabilität.
Es sind Bilder wie aus einem Alptraum: Auf dem Video einer Überwachungskamera sieht man muslimische Pilger, sie stehen Schlange am Terminal des internationalen Flughafens von Riad. Plötzlich eine Explosion, grelles Licht füllt den ganzen Bildschirm aus. Dann ist fast nur noch Rauch zu sehen. Am Bildrand erkennt man gerade noch ein paar Menschen, die zu Boden stürzen, dann bricht das Video ab.
Die Bilder stehen im krassen Kontrast zur "Vision 2030", die Saudi-Arabiens Kronprinz und de-facto-Machthaber Mohammed bin Salman formuliert hat: die Vision eines modernen Saudi-Arabien, das Touristen, Unternehmen und Investoren anzieht, internationale Großereignisse ausrichtet und Einheimischen sowie Ausländern Sicherheit und Wohlstand garantiert.
Stattdessen nun: ein Land im Krieg mit einer fanatischen Miliz, die Flughäfen und Ölanlagen Saudi-Arabiens zu Angriffszielen erklärt hat. 18 Tote gab es seit Anfang Oktober allein am Flughafen von Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad, dazu mehr als 300 Verletzte - soweit die offiziellen Zahlen.
Gut möglich, dass es noch weitere Opfer gibt. Das Königreich dürfte wenig Interesse daran haben, die Weltöffentlichkeit laufend darüber zu informieren. Ganz anders dagegen die Huthi-Miliz, die sich zu den Angriffen bekennt und sich damit brüstet.
Am Tag nach dem verheerendsten Angriff begann in Riad der Weltölkongress, an dem auch Deutschlands Wirtschaftsministerin Katherina Reiche teilnahm. Sie war bereits vor diesem Angriff angereist, andere sagten kurzfristig ab, darunter die Chefs von Exxon, Shell, Total und BP. Saudi-Arabien schlug seinen Gästen vor, über die Stadt Dammam anzureisen - kurz darauf beschossen die Huthi auch diesen Flughafen.
Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Huthi verschärft sich weiter: Nun gab es bei einem Angriff in Riad viele Tote und Verletzte.
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Die jüngsten Attacken sind eine neue Eskalationsstufe in einem Konflikt, der 2004 mit einem Aufstand der radikalislamischen Huthi gegen die jemenitische Regierung begann und sich ab 2015 durch die direkte Intervention von Saudi-Arabien ausweitete.
Schon da gab es massive Kritik an Kronprinz bin Salman. Gerade hatte der damals erst 29-Jährige die politische Weltbühne betreten, da steuerte er sein Land schon in ein "militärisches Abenteuer" im Nachbarland, hieß es.
Über die Jahre führte der Krieg im Jemen zu Hunderttausenden Toten, Millionen mussten ihre Heimat verlassen. Bis heute leidet fast die Hälfte der Bevölkerung an Ernährungsunsicherheit.