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Eingestelltes Mass Effect 5: BioWare plante nie dagewesene Autonomie und Entscheidungsfreiheit
Cinematics Lead Tony de Waal blickt auf LinkedIn zurück: Das Team wollte Hits wie Baldur's Gate 3 mit den Wurzeln der ursprünglichen Trilogie verbinden.
EA schließt sein Traditionsstudio BioWare – die Kult-Entwickler hinter Mass Effect und Dragon Age. Der Schritt trifft rund 50 Beschäftigte, die sich mitten in der Vorproduktion des nächsten Mass-Effect-Teils befanden. Kurz nach EAs drastischer Entscheidung packt nun einer der Betroffenen aus: Das eingestellte Projekt hätte demnach spielerische Freiheiten und Konsequenzen auf einem völlig neuen Niveau geboten.
Tony de Waal, ein BioWare-Veteran mit langjähriger Erfahrung an früheren Mass-Effect- und Dragon-Age-Titeln, gewährt seltene Blicke hinter die Kulissen. In einem LinkedIn-Beitrag deutet de Waal an, dass das Team die gefeierten Meilensteine anderer Rollenspiel-Größen überflügeln wollte – namentlich Larian Studios (Baldur's Gate 3) und CD Projekt Red (The Witcher, Cyberpunk).
Mit der originalen Mass-Effect-Trilogie (2007–2012) setzte BioWare neue Standards für spielerische Konsequenzen: Entscheidungen wurden über drei Spiele hinweg im Savegame transportiert und prägten das Schicksal der gesamten Galaxie.
"Ich gehörte zu den Glücklichen, die bei BioWare bleiben und die Vorproduktion für das nächste Mass Effect anstoßen durften. Ich bin überzeugt, dass wir an etwas ganz Besonderem saßen: einem Maß an Autonomie und Entscheidungsfreiheit, das bisher kein anderes Spiel erreicht hat", schreibt de Waal. "Wir sahen, was Larian und CD Projekt mit ihren jüngsten Titeln ablieferten. Also schlugen wir einen Weg ein, um Mass Effect auf das nächste Level zu hieven – ohne dabei die Wurzeln der ursprünglichen Trilogie zu vergessen."
Konkrete Beispiele dafür, wie das im fertigen Gameplay ausgesehen hätte, bleibt der erfahrene Cinematics Lead leider schuldig. Doch schon frühere Teile boten jede Menge spielerischen Spielraum. Ein Sequel, das genau darauf aufbaut und moderne Ansätze von CDPR und Larian aufgreift, hätte ohne Frage für Furore sorgen können.
"Es macht mich traurig, dass ihr niemals zu Gesicht bekommt, woran wir getüftelt haben. Und es tut mir unendlich leid um diese kleine, hochtalentierte Truppe, die über sich hinauswuchs, um etwas wirklich Großes zu schaffen", führt de Waal weiter aus. "Bitte behaltet all jene auf dem Schirm, die bis zur letzten Minute bei BioWare ausgeharrt haben. Es sind wahrhaftig einige der fähigsten Köpfe, mit denen ich im Laufe meiner Karriere zusammenarbeiten durfte."
Das Aus für BioWare trifft die Branche wie aus heiterem Himmel: Erst vor einem Jahr betonte das Studio ausdrücklich, dass das neue Mass Effect nach wie vor aktiv entsteht. Damals war die Übernahme von EA durch ein privates Investorenkonsortium gerade erst publik geworden. Der 55-Milliarden-Dollar-Deal ging mittlerweile über die Bühne – >und ebnete EA den Weg für den Rotstift, dessen Einsatz viele in der Branche bereits ahnten.
Im größeren Kontext besiegelt dieser Schritt wohl auch das generelle Interesse von EA an komplexen Rollenspielen. Abseits der großen Sport- und Shooter-Reihen bleiben als ambitionierte Core-Games derzeit lediglich ein noch unangekündigter Nachfolger zu Star Wars Jedi sowie das bislang ungesehene Marvel's Iron Man übrig.