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Neue Ernährungspyramide setzt auf pflanzliche Lebensmittel
Eine internationale Expertengruppe hat eine neue Ernährungspyramide vorgeschlagen, die gesunde Ernährung mit dem Schutz der Umwelt verbinden soll. Im Mittelpunkt stehen Gemüse, Obst, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte. Die Fachleute betonen zudem, dass bei Kohlenhydraten nicht allein die Menge zählt, sondern vor allem die Qualität ihrer Lebensmittelquellen.
Provo (U.S.A.). Was auf den Teller kommt, beeinflusst nicht nur die menschliche Gesundheit, sondern auch den Bedarf an Land, Wasser und anderen Ressourcen. Nationale Ernährungsempfehlungen setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte, obwohl sich viele grundlegende Erkenntnisse inzwischen überschneiden.
Eine internationale Ernährungspyramide soll solche Gemeinsamkeiten nun anschaulich zusammenführen. Die Forscher der Brigham Young University um Karen A. Della Corte haben gemeinsam mit zahlreichen Fachkollegen bestehende Empfehlungen und wissenschaftliche Übersichtsarbeiten ausgewertet und daraus einen international anpassbaren Vorschlag entwickelt.
Grundlage ist keine neue Ernährungsstudie mit Versuchspersonen. Das Team verglich in einem vierstufigen Verfahren wichtige nationale und regionale Leitlinien, berücksichtigte vorhandene Forschungssynthesen und ausgewählte Einzelstudien und stimmte die Empfehlungen anschließend unter Experten ab.
Den größten Raum in der vorgeschlagenen Pyramide nehmen Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und traditionelle, möglichst wenig verarbeitete stärkehaltige Grundnahrungsmittel ein. Gemüse soll dabei stärker vertreten sein als Obst. Für die Darstellung wurden unter anderem die Mengenverhältnisse der EAT-Lancet-Referenzernährung herangezogen.
Besonders wichtig ist den Autoren die Qualität der Kohlenhydrate. Sie bevorzugen ballaststoffreiche Vollkornprodukte sowie traditionelle Lebensmittel mit niedrigem glykämischem Index. Dieser beschreibt, wie stark ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel den Blutzucker nach dem Essen ansteigen lässt. Auch Hülsenfrüchte passen in dieses Muster.
Mindestens die Hälfte der verzehrten Getreideprodukte sollte nach dem Vorschlag aus Vollkorn bestehen. Für den übrigen Anteil kommen unter anderem traditionelle Grundnahrungsmittel mit günstigem Blutzuckerverlauf infrage, etwa bestimmte Reissorten oder Hartweizennudeln. Die Lebensmittelwahl kann dabei an regionale Essgewohnheiten angepasst werden.
Bei den Eiweißquellen bevorzugt das Konzept Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und andere pflanzliche Produkte. Fisch und Geflügel haben unter den tierischen Lebensmitteln Vorrang vor rotem und verarbeitetem Fleisch. Eier und Milchprodukte bleiben in mäßigen Mengen möglich, ebenso eine vollständig pflanzliche Ernährung.
Ähnlich klar fällt die Empfehlung für Fette aus. Pflanzliche Öle mit überwiegend ungesättigten Fettsäuren sollen häufiger verwendet werden als Butter, Schmalz oder andere Fette mit vielen gesättigten Fettsäuren. Zuckerhaltige Getränke, Süßwaren, salzige Knabbereien und stark raffinierte Getreideprodukte gehören dagegen zu den Lebensmitteln, die nur sparsam konsumiert werden sollten.
Der Vorschlag unterscheidet außerdem zwischen zuckerhaltigen Getränken und Zucker in nährstoffhaltigen festen Lebensmitteln. Entscheidend sei nicht bloß die chemische Menge einzelner Inhaltsstoffe, sondern auch, in welcher Lebensmittelstruktur sie aufgenommen werden.